Etliche Tote durch Hurrikan "Melissa" in der Karibik
Hurrikan "Melissa" hat in der Karibik schwere Schäden verursacht und mehr als 30 Menschenleben gefordert. US-Präsident Trump kündigte Hilfen an. Inzwischen befindet sich der Sturm vorerst wieder über dem offenen Meer.

Katastrophe in der Karibik
Das Schlimmste ist vorbei: Nachdem Hurrikan "Melissa" eine Schneise der Verwüstung durch mehrere Karibikstaaten wie hier auf Kuba geschlagen hat, befindet er sich jetzt wieder über dem offenen Atlantik. Auf den Bahamas, über die der Sturm zuletzt gefegt war, wurde eine Hurrikan-Warnung am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) aufgehoben.
Zerstörung, soweit das Auge reicht
Besonders schwer betroffen ist Jamaika: Als Hurrikan der stärksten Stufe 5 war "Melissa" am Dienstag (Ortszeit) hier auf Land getroffen. Es gab Sturmfluten, zerstörerische Winde und heftige Regenfälle. Die Regierung erklärte die Insel zum Katastrophengebiet. Mindestens neun Menschen kamen ums Leben: sechs durch den Sturm selbst und drei bereits bei den Vorbereitungen auf den Hurrikan.
Flucht vor "Melissa"
Auch auf Kuba richtete der Wirbelsturm schwere Verwüstungen an. Viele Kaffee- und Bananenplantagen wurden zerstört, rund 735.000 Menschen in Sicherheit gebracht, so wie diese Einwohner von Santiago de Cuba. Der Hurrikan schwächt sich allmählich ab, doch für eine Entwarnung ist es zu früh: "Melissa" nimmt derzeit als Hurrikan der Stufe 2 Kurs auf die Inselgruppe Bermuda.
Trümmerlandschaft
Insgesamt sind in der Karibik infolge des Sturms nach vorläufigen Behördenangaben mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Allein in Haiti starben mindestens 24 Menschen, die Hälfte der Todesopfer sollen Kinder sein. US-Präsident Donald Trump kündigte Unterstützung für die betroffenen Länder an.
"Unser Sieg ist das Leben"
Sie haben es geschafft: Ein Bauer rettet seinen Hund vor durch "Melissa" verursachte Überschwemmungen in Santiago de Cuba. "Die Nacht war hart und lang", erklärte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel. Trotz des Ausmaßes der Schäden seien bisher keine Todesopfer auf Kuba zu beklagen: "Unser Sieg ist das Leben", so Díaz-Canel. Viele Gebiete auf Kuba sind noch von der Außenwelt abgeschnitten.
Anstrengendes Aufräumen
In Jamaika begannen bereits erste Aufräumarbeiten, doch wegen der teils katastrophalen Schäden dürfte der Wiederaufbau noch lange dauern. Der Sturm entwurzelte Bäume, riss Dächer von Häusern und überschwemmte Straßen. Auch Krankenhäuser, Schulen, Kirchen und Brücken sind vielerorts beschädigt, zudem sind Regierungsangaben zufolge 77 Prozent des Landes von der Stromversorgung abgeschnitten.
Rekord-Hurrikan
Am Mittwoch (Ortszeit) erreichte "Melissa" die Bahamas. Der Inselgruppe drohten zerstörerische Winde, sintflutartige Regenfälle und eine gefährliche Sturmflut, teilte das US-Hurrikanzentrum mit. Die Regierung der Bahamas ordnete Evakuierungen für sechs der mehr als 700 Inseln an. Laut US-Hurrikanzentrum NHC ist "Melissa" einer der stärksten Hurrikane, die je im Atlantik aufgetreten sind.
Spur der Verwüstung
Auch in der Dominikanischen Republik wütete "Melissa" - eine Person kam hier ums Leben. Einer Analyse von Klimaforschenden zufolge hat die Erderwärmung die Wahrscheinlichkeit für einen zerstörerischen Hurrikan wie "Melissa" um etwa das Vierfache erhöht. "Der menschengemachte Klimawandel hat Melissa eindeutig stärker und zerstörerischer gemacht", erklärte ein Forscher des Imperial College London.