″Ein scharfer Beobachter″ - Wolfgang Kohlhaase beim Filmfest Bad Saarow | Filme | DW | 06.09.2018
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Film

"Ein scharfer Beobachter" - Wolfgang Kohlhaase beim Filmfest Bad Saarow

Der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase ist in diesem Jahr Ehrengast des Filmfests im ostdeutschen Bad Saarow. "Film ohne Grenzen" zeigt politisch und gesellschaftlich engagierte Filme - Kohlhaase ist ein "perfekter" Gast.

"Kohlhaase ist ein scharfer Beobachter und zeichnet dadurch ein lebensnahes Bild seiner Figuren", heißt es von Festivalseite. Seine Stoffe würden Geschichten aus dem Alltag behandeln und zeigten ein "großes Gespür für ungeschminkte, authentische Wirklichkeiten".

Wolfgang Kohlhaase ist in diesem Jahr Ehrengast in Bad Saarow. Das Festival "Film ohne Grenzen" (6.9. bis 9.9.2018) deutet schon im Titel an, worum es seinen Machern geht: Es soll ein Festival sein, bei dem Filme gezeigt werden, die politisch und gesellschaftlich relevant sind. Filme, die von Regisseuren und Autoren gemacht werden, die Grenzen überwinden, inhaltlich und möglicherweise auch formal.

Mit seinen Filmen überwand Kohlhaase schon früh Grenzen

So ist Kohlhaase natürlich eine gute Wahl. Der 1931 in Berlin geborene Autor war einer der profiliertesten Drehbuchautoren der DDR, später, nach der Wende, aber ebenso in Gesamtdeutschland. Welcher andere Autor kann das schon von sich behaupten? Kohlhaase hat Grenzen überwunden, mit seinen Drehbüchern - und sicher auch mit seinem Wesen. Kollegial und ruhig, sachlich und doch mit der notwendigen Klarheit in seiner Wortwahl, so erlebt man ihn seit Jahren auf Podien und im Gespräch.

Festival Film ohne Grenzen in Bad Saarow Kulturscheune Eibenhof (Stefan Lengsfeld)

Hier werden Filme gezeigt: festliche Atmosphäre in der Kulturscheune Bad Saarow

In Ostdeutschland hat sich Kohlhaase mit den großen Regisseuren der DEFA (Deutsche Film AG) zusammengetan, mit Kurt Maetzig und Gerhard Klein, Konrad Wolf und Frank Beyer. Für sie hat er meist mehrmals gearbeitet. Später hat er wieder die Nähe zu Regiepersönlichkeiten gesucht: Bernhard Wicki, Volker Schlöndorff, Andreas Dresen, zuletzt zu Matti Geschonneck, dem Sohn des großen DDR-Schauspielers Erwin Geschonneck. Es schloss sich also ein Kreis.

Bei den DDR-Behörden eckte er oft an

Seine Themen haben sich immer sehr an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Dass er damit an Grenzen stieß in der DDR war klar. Manche seiner Arbeiten kollidierten mit den Vorstellungen der DDR-Zensurbehörden. Das hatte auch zur Folge, dass sich Kohlhaase zeitweise aus dem Filmgeschäft zurückzog und sich auf das Schreiben von Büchern konzentrierte. Er schrieb vor allem Hörspiele und erzählerische Werke.

Filmstill: In Zeiten des abnehmenden Lichts (X-Verleih/H. Hubach)

DDR-Befindlichkeiten, gesehen im Jahr 2017: "In Zeiten des abnehmenden Lichts"

Eine große Bekanntheit, was ja bei Drehbuchautoren eher eine Ausnahme ist, erlangte er aber durch seine Filmvorlagen. Der gebürtige Berliner dürfte einer der wenigen deutschen Filmautoren sein, die nicht nur in Cineastenkreisen bekannt sind.

Sichtbares Zeichen dafür sind die vielen Preise, die er während seiner Karriere bekam. 1954 schon einen Nationalpreis der DDR, zuletzt einen Ehren-Bären bei der Berlinale und eine Lola beim Deutschen Filmpreis fürs Lebenswerk. Nun ist Wolfgang Kohlhaase Ehrengast des Filmfestivals in Bad Saarow.

Die Deutsche Welle ist auch in diesem Jahr Medienpartner des Filmfestivals.

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