Rumänien: Eingeschlagene Drohne stammt aus Russland
1. Juni 2026
Die in der Nacht zum Freitag in Rumäniens Stadt Galati nahe der ukrainischen Grenze eingeschlagene Drohne ist "ohne Zweifel" russischen Ursprungs. Das bekräftigte der rumänische Präsident Nicușor Dan in sozialen Medien. Experten hätten das Objekt untersucht und mit russischen Drohnenteilen verglichen, die während der vergangenen zwei Jahre auf rumänischem Territorium sichergestellt worden seien, erklärte Dan.
"Geran 2" in kyrillischen Buchstaben auf der Drohne
Auf den jetzt geborgenen Fragmenten sei der Schriftzug "Geran 2" in kyrillischen Buchstaben festgestellt worden, erklärte Rumäniens Staatschef. "Die analysierten elektronischen Bauteile, Navigationssysteme, Steuermodule, der Motor sowie die Strukturelemente weisen Ähnlichkeiten - teils sogar identische Merkmale - mit denen anderer Geran-2-Drohnen auf, die zuvor auf rumänischem Gebiet gefunden wurden."
Zudem hätten physikalische und chemische Analysen das Vorhandensein der gleichen Material- und Treibstoffarten bestätigt, die wiederholt in Geräten dieser Serie nachgewiesen worden seien. Dazu veröffentlichte Dan vier Bilder, auf denen mutmaßlich die Drohne zu sehen ist. Folglich sei Russland "der einzige Verantwortliche" für diesen Vorfall.
Die Drohne war auf dem Dach eines zehnstöckigen Wohnhauses in Galati eingeschlagen, hatte dieses durchbrochen und in der darunter liegenden Wohnung einen Brand ausgelöst. Ein 14-Jähriger und eine 53 Jahre alte Frau wurden verletzt. Es war der erste Drohneneinschlag in einem Wohnhaus außerhalb der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022.
Das Geschoss kam nach Angaben der rumänischen Armee aus der Region des ukrainischen Donau-Hafens Reni, als das Gebiet von einem Schwarm mit 43 russischen Drohnen angegriffen wurde. Rumänien bestellte daraufhin den russischen Botschafter ein, wies den russischen Generalkonsul in der Schwarzmeer-Hafenstadt Constanta aus und schloss das Konsulat.
Putin will Drohnenteile in Russland untersuchen lassen
Der russische Staatschef Wladimir Putin hatte zuvor Zweifel an der Herkunft der Drohne geäußert. Er forderte Rumänien auf, Teile des Geschosses zur Prüfung nach Russland zu schicken.
Die russische Botschaft in Rumäniens Hauptstadt Bukarest beschuldigte die Ukraine, eine Provokation inszeniert zu haben.
Selenskyj: Fakten sind das beste Mittel gegen Putins Lügen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte seinem rumänischen Kollegen für dessen Klarstellung. Fakten seien "das beste Mittel gegen Putins Lügen und beweisen, dass Russlands Manipulationen nicht durchgehen", schrieb Selenskyj in Onlinemedien.
Im Zuge des Kriegs gegen die Ukraine gibt es immer wieder Luftraumverletzungen durch Drohnen aus Russland oder auch der Ukraine. Der jüngste Vorfall war von europäischen Staaten, der Führungsspitze der EU und der NATO scharf verurteilt worden.
se/pgr (dpa, afp)