Drei Tote bei Krawallen in Venezuela | Aktuell Welt | DW | 13.02.2014
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Aktuell Welt

Drei Tote bei Krawallen in Venezuela

Seit Tagen gehen in Venezuela Demonstranten gegen den linken Präsidenten Maduro auf die Straße. Jetzt sind die Proteste eskaliert. In Caracas gab es drei Tote.

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Proteste in Caracas

Nach offizieller Darstellung wurden drei Menschen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro in der venezolanischen Hauptstadt Caracas erschossen. Über mögliche Täter liegen keine Angaben vor. Im Stadtzentrum sei es zu Straßenschlachten gekommen, hieß es.

Schüsse in die Menge

Nach Angaben eines Mitarbeiters der französischen Nachrichtenagentur AFP nahmen an der Oppositionsdemonstration insgesamt mehrere tausend Menschen teil, vor allem Studenten. Sie wurde von Sicherheitskräften aufgelöst, zugleich fuhren Männer auf Motorrädern in die Menge und feuerten Schüsse ab. Im Stadtteil Chacao, einer Hochburg der Opposition, ging die Polizei mit Tränengas gegen mehrere Hundert Jugendliche vor, die Autoreifen in Brand setzten und Straßen blockierten.

Auch in anderen Städten des lateinamerikanischen Landes kam es zu Demonstrationen vor allem von Regierungsgegnern, aber auch von Anhängern von Maduro. Innenminister Miguel Rodriguez teilte mit, bei Demonstrationen der Opposition seien landesweit 30 Personen festgenommen worden. "Sie hatten in ihren Rucksäcken Molotowcocktails, Steine und viele andere Dinge, um die Polizei anzugreifen." Ziel der Opposition sei es, Chaos im Land herbeizuführen, sagte Rodriguez. Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz sagte, landesweit seien mindestens 23 Menschen bei den Protesten verletzt worden.

Die Wirtschaft kriselt

Maduro war im April 2013 mit knapper Mehrheit zum Nachfolger des verstorbenen sozialistischen Präsidenten Hugo Chavez gewählt worden. Trotz der ihm vom Parlament verliehenen Sondervollmachten ist es dem 51-Jährigen bislang nicht gelungen, die schwierige Wirtschaftlage des ölreichen Venezuela in den Griff zu gekommen.

Das Land leidet unter einer mit 56 Prozent höchsten Inflationsrate Südamerikas und an Versorgungsengpässen. Erst Anfang der Woche hatten Journalisten und Zeitungsverleger gegen den seit Monaten andauernden Papier-Mangel protestiert. Zugleich gilt Venezuela als eines der unsichersten Länder der Welt. Nach Angaben der unabhängigen "Beobachtungsstelle von Gewalt" wurden dort im vergangenen Jahr mehr als 24.000 Menschen ermordet.

Vor diesem Hintergrund hat die Opposition ihre Protestaktionen gegen Maduro in den vergangenen Tagen verschärft. Sie wirft dem sozialistischen Staatschef vor, vor den Problemen des Landes versagt zu haben und fordert seinen Rücktritt. Die Regierung beschuldigt hingegen die Opposition, Gewalt zu schüren, um einen Staatstreich wie vor zehn Jahren gegen Chavez zu inszenieren.

wl/se (dpa, afp, rtr)

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