Venezuela schickt drei US-Diplomaten nach Hause | Aktuell Amerika | DW | 30.09.2013
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Aktuell Amerika

Venezuela schickt drei US-Diplomaten nach Hause

Das Verhältnis zwischen Venezuela und den USA ist seit langem eisig. Der venezolanische Präsident Maduro läutet eine neue Runde ein: Drei amerikanische Diplomaten müssen das Land verlassen. Offizieller Grund: Sabotage.

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Venezuela weist US-Diplmaten aus

In einer Ansprache im Fernsehen verkündete Präsident Nicolás Maduro in Caracas, er habe Außenminister Elías Jaua entsprechende Instruktionen erteilt. Die Diplomaten hätten 48 Stunden Zeit, um Venezuela zu verlassen. "Yankees, go home!", fügte der Präsident hinzu. Maduro warf den Diplomaten vor, sie hätten gemeinsam mit der venezolanischen Opposition Pläne geschmiedet, die Wirtschaft und die Stromversorgung des Landes zu sabotieren. Zu dem Trio gehört auch die Geschäftsträgerin der Botschaft, Kelly Keiderling. Ein Sprecher des US-Außenministeriums wies die Vorwürfe gegen die Diplomaten umgehend zurück.

Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind schon seit der Amtszeit von Maduros verstorbenem Vorgänger Hugo Chávez äußerst schwierig. Seit 2010 gibt es in den Ländern keinen Botschafter des jeweiligen anderen Staates mehr. Im März dieses Jahres wurden zwei US-Militärattachés in Venezuela unter dem Vorwurf ausgewiesen, einen Sturz der Chávez-Regierung geplant zu haben. Mitte September beschuldigte Maduro die USA, ihm Überflugrechte für eine geplante Chinareise zu verweigern. Washington wies die Darstellung zurück.

Angebliche Drohungen

Erst vor wenigen Tagen hatte Maduro seine Teilnahme an der UN-Generaldebatte in New York aus Angst vor angeblichen Drohungen abgesagt. Er habe Hinweise auf zwei "schwerwiegende Provokationen" gegen ihn erhalten, sagte der Staatschef während der Rückkehr von einer Chinareise bei einem Zwischenstopp im kanadischen Vancouver. Nach der Auswertung entsprechender Geheimdienstinformationen habe er sich dazu entschlossen, nach Caracas weiterzufliegen. Er habe diese Entscheidung getroffen, um sein Leben zu schützen, betonte der linksgerichtete Präsident.

Maduro, der die Nachfolge des im März an einem Krebsleiden gestorbenen langjährigen Staatsoberhaupts Hugo Chávez angetreten hat, hatte erst im Mai "rechte Faschisten" in seiner Heimat und dem Ausland bezichtigt, ihn entmachten oder "verschwinden lassen" zu wollen, um Anarchie zu stiften. Den USA warf er kürzlich vor, durch Sabotage den Sturz seiner Regierung voranzutreiben. Auch Chávez hatte regelmäßig von angeblichen Plänen zu seiner Ermordung gesprochen.

kle/qu (afp, rtre, dpa)

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