Doppelte Freude: Zwei Oscar-Nominierungen für ″Werk ohne Autor″ | Aktuell Welt | DW | 22.01.2019
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Academy Awards

Doppelte Freude: Zwei Oscar-Nominierungen für "Werk ohne Autor"

Die Nominierten für die 91. Academy Awards stehen fest. Die deutsche Produktion von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck "Werk ohne Autor" darf sich über zwei Nominierungen freuen.

Das Künstlerporträt des deutschen Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck ist unter den fünf Kandidaten für den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film. Das teilte die US-Filmakademie bei der offiziellen Bekanntgabe der Nominierten für den 91. Academy Award mit. Außerdem darf sich der Film über eine Nominierung in der Sparte Beste Kamera freuen: Die Academy nominierte Caleb Deschanel für seine Kameraarbeit. Für Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck wäre es der zweite Oscar – 2007 gewann er mit "Das Leben der Anderen" den begehrten goldenen Mann.

Das Künstlerdrama mit den Schauspielern Tom Schilling, Paula Beer und Sebastian Koch beschäftigt sich mit dem Findungs- und Schaffensprozess eines Künstlers und spielt in der Nazi- und Nachkriegszeit. Der Schauspieler Sebastian Koch ist glücklich über die Oscar-Nominierung. "Ich freue mich riesig, dass unser Film 'Werk ohne Autor' über die Academy die Anerkennung bekommt, die er verdient", sagte der 56-Jährige.

Filmstill | Werk ohne Autor (picture-alliance/dpa/Disney)

Tom Schilling in "Werk ohne Autor": Der Film erhielt zwei Oscarnominierungen

Inspiriert wurde der Film vom Leben des deutschen Malers Gerhard Richter. Mittlerweile ist der 86-jährige Künstler aber auf Distanz zu Donnersmarck gegangen. Er kritisierte den Film als Verzerrung seines Lebens.

Harte Konkurrenz

"Werk ohne Autor" war bei der Golden-Globe-Verleihung Anfang Januar leer ausgegangen. Gewinner war das Filmdrama "Roma" des mexikanischen Regisseurs Alfonso Cuarón, das nun ebenfalls bei der Oscar-Vergabe am 24. Februar im Rennen ist. "Roma" zählt mit insgesamt zehn Nominierungen zu den Topfavoriten der diesjährigen Oscar-Verleihung. In dem vom Streamingdienst Netflix produzierten Drama "Roma" geht es um eine mexikanische Familie in den siebziger Jahren. Der Film wurde auch für den Hauptpreis als bester Film des Jahres nominiert. Cuarón tritt ferner für den Preis für die beste Regie an. Auch die Hauptdarstellerin von "Roma", die mexikanische Newcomerin Yalitza Aparicio, wurde nominiert.

Filmstill Roma (picture-alliance/AP Photo/Netflix/C. Somonte)

Eine Szene aus dem Film "Roma" des mexikanischen Regisseurs Alfonso Cuarón

Deutsche Koproduktion ebenfalls nominiert

Auch die deutsche Koproduktion "Of Fathers And Sons - Die Kinder des Kalifats" darf sich über eine Nominierung freuen: Das Werk des aus Syrien stammenden und in Berlin lebenden Regisseurs Talal Derki hat Chancen auf einen Oscar als beste Dokumentation. In dem deutsch-syrisch-libanesischen Dokumentarfilm über die Kriegstraumata von Jugendlichen folgt Derki der Familie eines islamistischen Kämpfers während des syrischen Bürgerkriegs. Der Film wurde bereits beim Sundance Film Festival 2018 mit dem World Cinema Grand Jury Prize und später mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis 2018 geehrt.

Die großen Favoriten

Neben "Roma" ist auch der Historienfilm "The Favourite - Intrigen und Irrsinn" ein großer Favorit bei den diesjährigen Academy Awards. Der Film von Yorgos Lanthimos erhielt ebenfalls zehn Nominierungen, darunter bester Film, beste Regie und beste Hauptdarstellerin. Der Film spielt am englischen Königshof des frühen 18. Jahrhunderts und präsentiert das von Intrigen, Neid und Verrat geprägte Leben am Hof.

Filmstill | The Favourite (picture-alliance/dpa/AP Photo/FOX/A. Nishijima)

Olivia Colman als aufbrausende Königin in "The Favorite - Intrigen und Irrsinn" am englischen Hof des 18. Jahrhunderts

Neben Yalitza Aparicio und Olivia Colman wurden auch Glenn Close in "Die Frau des Nobelpreisträgers", Lady Gaga in "A Star Is Born" und Melissa McCarthy in "Can You Ever Forgive Me?" für der Preis der "Besten Hauptdarstellerin" nominiert.

Bei den Männern tritt unter anderem Christian Bale mit seiner Verkörperung des früheren US-Vizepräsidenten Dick Cheney in "Vice - Der zweite Mann" an. Außerdem wurden in dieser Kategorie Bradley Cooper in "A Star Is Born", Willem Dafoe in "At Eternity's Gate", Viggo Mortensen in "Green Book - Eine besondere Freundschaft" und Golden Globe-Gewinner Rami Malek für seine Rolle als Freddy Mercury in "Bohemian Rhapsody" nominiert.

fa/kle (afp, dpa, epd)

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