Diack tritt als IOC-Ehrenmitglied zurück | Sport | DW | 11.11.2015
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Sport

Diack tritt als IOC-Ehrenmitglied zurück

Der ehemalige IAAF-Präsident Lamine Diack reagiert auf seine Suspendierung. Auch der Chef des Moskauer Anti-Doping-Labors nimmt seinen Hut. Diese Woche drohen dem russischen Leichtathletik-Verband Konsequenzen.

Der frühere Leichtathletik-Weltverbandschef Lamine Diack ist als Ehrenmitglied des Internationalen Olympischen Komitees zurückgetreten. Der Senegalese, der unter Korruptionsverdacht steht, reagierte damit am Mittwoch auf die vorläufige Suspendierung durch das IOC-Exekutivkomitee. Der ehemalige Präsident der IAAF soll Dopingfälle vertuscht und dafür hohe Summen als Gegenleistung kassiert haben. Die französische Justiz hat Anklage gegen den 82-Jährigen wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche erhoben. Diack war bis 2014 insgesamt 15 Jahre IOC-Mitglied, danach wurde er Ehrenmitglied

Doping-Kontroll-Labor in Moskau

Russland Sitz des Anti-Doping Zentrum in Moskau.

Nach dem WADA-Report über das umfangreiche Dopingsystem im russischen Sport hat auch der Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors seinen Rücktritt erklärt. Damit wurde die Forderung der WADA erfüllt, die ihm unter anderem vorgeworfen hatte, 1417 Dopingproben zerstört zu haben. Der Untersuchungsbericht einer unabhängigen Kommission unter Vorsitz des ehemaligen WADA-Vorsitzenden Richard Pound hatte am Montag einen systematischen Betrugsskandal in der russischen Leichtathletik offengelegt. Als erste Konsequenz aus diesem Skandal hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur seinem Labor am Dienstag die Zulassung entzogen.

"Kampagne gegen russische Sportler"

Hinter den drakonischen Strafforderungen gegen die russische Leichtathletik im Dopingskandal vermutet ein ranghoher Sportfunktionär in Moskau politische Motive. "Ich würde sagen, da läuft eine Kampagne gegen russische Sportler", sagte Nikita Simonjan, Vizepräsident des Fußballverbandes. "Natürlich ist das Politik", meinte er. Jene im Westen, die früher die Losung ausgegeben hätten, der Sport stünde außerhalb der Politik, sollten heute schweigen, sagte er der Agentur Interfax.

Wie die englische Tageszeitung "The Guardian" berichtet, könnte der russische Leichtathletik-Verband im Zuge des Dopingskandals bereits am Freitag suspendiert werden. Demnach wird Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, dann ein Council-Meeting leiten, in dem über Maßnahmen gegen die Russen beraten wird.

Bach will nicht spekulieren

IOC-Präsident Thomas Bach will nicht über einen Ausschluss russischer Athleten von den kommenden Olympischen Spielen in Rio de Janeiro spekulieren. "Es gibt nun die Ermittlungen in der Leichtathletik, und der Weltverband wird seine Schlüsse daraus ziehen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen", sagte der 61-Jährige in einem Interview im neuseeländischen Fernsehen.

tu/sn (dpa/sid)

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