Deutsche Schauspielerin verklagt Harvey Weinstein | Filme | DW | 22.08.2018
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#MeToo

Deutsche Schauspielerin verklagt Harvey Weinstein

Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein reißen nicht ab. Nun wirft eine deutsche Schauspielerin dem Ex-Filmmogul vor, sie vergewaltigt zu haben - und hat Klage gegen Weinstein eingereicht.

New York Manhattan Criminal Court Harvey Weinstein (Getty Images/AFP/E. Munoz Alvarez)

Harvey Weinstein im Juni 2018

Es ist nicht bekannt, wie die Schauspielerin heißt, die die schweren Vorwürfe gegen Harvey Weinstein erhebt. Ihr Anwalt, John G. Balestriere, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, sie werde unter dem Pseudonym "Emma Loman" geführt. Laut der Klageschrift arbeitet die in Deutschland lebende Frau seit 2004 als Model, Schauspielerin und Produzentin.

In der am Montag bei einem Bezirksgericht in Kalifornien eingereichten Zivilklage wirft die Deutsche dem früheren Produzenten unter anderem vor, er habe sie 2006 bei den Filmfestspielen in Cannes in seiner Hotelsuite "überwältigt" und "vergewaltigt". Nach Angaben der Presseagentur AFP heißt es in der Klageschrift, Weinstein habe die Schauspielerin zu dem Filmfestival eingeladen, um ihre Karriere zu besprechen.

Weinstein soll die Schauspielerin zum Schweigen gezwungen haben

Nach der Vergewaltigung habe der 66-Jährige der Frau mehrmals deutlich gemacht, dass er ihre Karriere ruinieren könnte, sollte sie an die Öffentlichkeit gehen. Deswegen habe sie zunächst Stillschweigen bewahrt, so AFP mit Bezug auf die Anklageschrift.

Die Frau habe Weinstein im Jahr 2004 auf dem Filmfestival in Venedig kennengelernt. Anfangs habe sie zögerlich auf die Einladung des Produzenten nach Cannes reagiert. Doch Weinsteins Hartnäckigkeit - sein Assistent rief sie angeblich bis zu 30 Mal am Tag an - habe sie dazu veranlasst, anzunehmen. In zahlreichen Treffen habe Weinstein sich zunächst sehr professionell verhalten.

New York Manhattan Criminal Court Harvey Weinstein (picture-alliance/AP/S. Hirsch)

Harvey Weinstein in einem New Yorker Gerichtssaal im Juni 2018

Weinsteins Anwältin bestreitet Vorwürfe

Die Anwälte der Schauspielerin machen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Verstöße gegen US-Gesetze gegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung geltend. Sie fordern Schadenersatz.

Weinsteins Anwältin Phyllis Kupferstein wies die Vorwürfe als "unwahr" zurück. Zudem seien sie bereits verjährt, hieß es in einer Stellungnahme, die der Presseagentur dpa vorliegt. Man werde sofort Schritte unternehmen, um die Klage abzuweisen.

Weinstein bereits wegen sechs Sexualdelikten angeklagt

Die ersten Vorwürfe sexueller Übergriffe und Gewalt waren im Oktober 2017 gegen Weinstein laut geworden. Seither warfen ihm mehr als hundert Frauen derartige Taten vor, darunter Stars wie Salma Hayek, Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow. Weinstein bestreitet, jemals Frauen gegen ihren Willen zum Sex gezwungen zu haben. Der Hashtag #MeToo wurde zum Sammelruf für den Kampf gegen sexuelle Gewalt.

Harvey Weinstein ist mittlerweile wegen sechs Sexualdelikten angeklagt, die er aber bestreitet. Er befindet sich gegen eine Kaution von einer Million Dollar auf freiem Fuß.

ld/ka (dpa, afpd)

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