NATO-Truppe im Kosovo wird kleiner
12. Juni 2026
Die NATO werde "die derzeitige Stärke der KFOR-Truppe im Laufe des nächsten Jahres schrittweise anpassen", teilte das Oberkommando der Alliierten Streitkräfte in Europa (SHAPE) mit. Aktuell umfasst das NATO-Kontingent im Kosovo rund 4600 Soldatinnen und Soldaten. Deutschland beteiligt sich derzeit mit rund 300 Soldatinnen und Soldaten an der Mission. Mit einer Dauer von mittlerweile 27 Jahren ist die 1999 gestartete Kosovo-Mission der am längsten andauernde Auslandseinsatz der Bundeswehr.
Noch gibt es Spannungen
Ziel der NATO-Mission ist es, in dem noch jungen Balkanstaat ein sicheres Umfeld für den Aufbau einer zivilen Friedensordnung zu schaffen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu garantieren. In dem Land kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der albanischen und der serbischen Volksgruppe. 2023 war das KFOR-Kontingent nach gewalttätigen Zwischenfällen mit paramilitärischen serbischen Separatisten um 1000 Soldatinnen und Soldaten verstärkt worden.
Kosovo hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, was die Regierung in Belgrad bis heute jedoch nicht anerkennt. Die Reduzierung des KFOR-Truppenkontingents kommt zu einer Zeit, in der die USA darauf dringen, die Zahl ihrer Streitkräfte in Europa zu verringern. Die Vereinigten Staaten stellen zurzeit rund 600 Soldaten für KFOR. Insgesamt beteiligen sich 31 Länder an der Truppe.
Bundeswehr bleibt präsent
Der Deutsche Bundestag hatte am Donnerstag die Mandate für die NATO-Mission KFOR im Kosovo und auch für die EU-Mission EUFOR Althea in Bosnien-Herzegowina verlängert. Der EU-Einsatz in Bosnien-Herzegowina, für den bis zu 50 deutsche Soldatinnen und Soldaten vorgesehen sind, soll die Einhaltung des Friedensabkommens von Dayton überwachen, mit dem im Jahr 1995 der Bosnien-Krieg beendet wurde.
haz/AR (afp, dpa, rtr)