Das tote Kind am Strand - Bilder der Flüchtlingskrise | DokFilm | DW | 03.09.2020
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DokFilm

Das tote Kind am Strand - Bilder der Flüchtlingskrise

Bilder der Flüchtlingskrise von 2015 haben sich ins Gedächtnis eingebrannt. Ein totes Kind am Strand. Ein Syrer, der die Bundeskanzlerin zum Selfie überredet. Ein verängstigter Junge, der aus einem Bus gezerrt wird, vor dem ein wütender Mob tobt.

Diese Bilder stehen für dramatische Momente - als im Sommer 2015 fast eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Für den Film machen sich die Autoren Bamdad Esmaili und Matthias Fuchs auf die Suche: Was sind die Geschichten hinter den Bildern? Was ist damals wirklich passiert? Was ist aus den Menschen auf den Fotos geworden, wo sind sie heute? Und wie hat sich ihr Leben entwickelt, nach dem Sommer, in dem Bundeskanzlerin Angela Merkel "Wir schaffen das" in die Fernsehkameras sprach? Anas Modamani lebt und studiert in Berlin, 2015 machte er mit Merkel ein Handyfoto. "Durch das Selfie habe ich Freundschaften gefunden und die Sprache gelernt." Die Aufnahme von damals hat ihm aber nicht nur Glück gebracht. Sein Bild wurde im Netz verbreitet und er als Terrorist beschimpft. Modamani ging gegen Facebook vor Gericht. Die Autoren begegnen Helfern vom Münchner Hauptbahnhof, die damals Teddys verteilt haben. Sie treffen auf mittlerweile perfekt integrierte Flüchtlinge, die sich über bayerisches Essen freuen, aber auch auf solche, die in fünf Jahren kaum Deutsch gelernt haben. Immer wieder stellen sie dabei eine Frage: "Wir schaffen das - haben wir es geschafft?" Auch Vater und Tante des in der Nähe des türkischen Bodrum ertrunkenen 2-jährigen syrischen Flüchtlingsjungen Alan Kurdi treffen sie. Fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise hat sich die Welt verändert und scheint doch auch gleich geblieben zu sein. Denn die Situation an der Grenze zwischen Türkei und Griechenland hat sich nicht entspannt, es gibt keine funktionierenden Lösungen in Europa, wie Flüchtlinge aufgenommen und verteilt werden können. Und auch 2020 warten und hoffen Tausende Menschen darauf, nach Europa zu kommen.