Clinton: Im Kampf gegen Aids nicht nachlassen | Aktuell Europa | DW | 28.07.2018
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Immunschwächekrankheit

Clinton: Im Kampf gegen Aids nicht nachlassen

In Amsterdam ist nach fünf Tagen die Welt-Aids-Konferenz zu Ende gegangen. Zum Schluss rief der ehemalige US-Präsident Clinton die internationale Gemeinschaft auf, bei der Bekämpfung des HI-Virus standhaft zu bleiben.

Niederlande Amsterdam - Bill Clinton spricht auf der Welt-Aids-Konferenz (Getty Images/AFP/K. van Weel)

Bill Clinton mahnt auf der Welt-Aids-Konferenz zu mehr Prävention

Internationale Zusammenarbeit sei beim Einsatz gegen Aids erfolgreich, betonte Bill Clinton vor der 22. Internationalen Aids-Konferenz in Amsterdam. Es bestehe aber das Risiko, dass das Engagement nachlasse. Dies könnte verheerende Folgen haben. Selbstzufriedenheit und die in manchen Teilen der Welt bestehende "Feindschaft" gegen multinationale Anstrengungen könnten viele Leute zum Ausstieg aus dem Kampf gegen die Immunschwächekrankheit bewegen. "Wir müssen mehr testen, mehr behandeln, und mehr Präventions-Strategien umsetzen - und das ausweiten, von dem wir wissen, was funktioniert", betonte der frühere US-Präsident. "Beim Kampf gegen Aids darf es keinen Brexit geben", sagte er unter Bezug auf den geplanten EU-Austritt Großbritanniens.

Es sei "nahezu sicher", dass es bald HIV-Impfstoffe und Heilmittel geben werde, erklärte Clinton am letzten Tag der Konferenz, bei der rund 15.000 Experten und Aktivisten über Strategien im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit berieten. "Aber noch sind wir nicht so weit. Wir müssen die Stellung halten." Clinton engagiert sich seit Jahren im Kampf gegen Aids.

Bedenkliche Entwicklung in Osteuropa

Nachdem die Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus in den vergangenen zehn Jahren rückläufig gewesen war, nimmt sie laut der UN-Organisation UNAIDS in etwa 50 Ländern wieder zu. Besonders alarmierend ist Aktivisten zufolge die Lage in Osteuropa und Zentralasien. Dort gebe es jährlich rund 190.000 neue HIV-Infizierte, davon 80 Prozent in Russland. Nur eine Minderheit der Patienten habe Zugang zu Medikamenten. Die Schätzungen von UNAIDS sind mit 130.000 Neu-Infizierten im Jahr etwas niedriger.

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HIV-PrEP - AIDS-Vorsorge in Pillenform

Die Vereinten Nationen (UN) haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 die Epidemie zu beenden. Allerdings nehmen die öffentliche Aufmerksamkeit und die finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen die Krankheit ab. Seit den ersten bekannten Aids-Fällen Anfang der 80er Jahre starben weltweit 35,4 Millionen Menschen an der Immunschwächekrankheit.

Erfolge und Misserfolge

Auf der Konferenz in Amsterdam wurden Fortschritte wie Rückschritte deutlich: Einerseits können HIV-Infektionen inzwischen gut mit Medikamenten verhindert oder behandelt werden, einen Impfstoff gibt es aber noch nicht. Ergebnisse einer Langzeitstudie seien vielversprechend, aber einen Durchbruch gebe es noch nicht, erklärten Forscher in Amsterdam.

Andererseits wurde am letzten Tag des Treffens Kritik an der Regierung in Washington laut. Eine von Präsident Donald Trump wieder eingesetzte Regelung gefährde Jahrzehnte von HIV-Vorsorgearbeit. Diese von religiös-konservativen Gruppen unterstützte Regelung streicht US-Hilfsorganisationen Gelder, wenn sie über Abtreibung informieren oder solche anbieten. Davon ist auch das US-Aidshilfeprogramm Pepfar betroffen. Viele Organisationen bieten sowohl Hilfe für HIV-Patienten an, als auch informieren sie zur Familienplanung.

kle/jv (dpa, afp)

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