China startet seine längste Weltraummission | Aktuell Asien | DW | 15.10.2021
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Raumfahrt

China startet seine längste Weltraummission

Eine Rakete hat drei chinesische Astronauten vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan am Rande der Wüste Gobi aus ins All gebracht. Dort sollen sie sechs Monate bleiben. Es wäre die längste bemannte Weltraummission des Landes.

Launch of Long March-2F Y13 rocket near Jiuquan

Gelungener Start der Rakete "Langer Marsch 2F"

Wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet, ist die zweite bemannte Weltraummission Chinas zu der im Bau befindlichen Raumstation "Tiangong" (Himmlischer Palast) erfolgreich gestartet. Eine chinesische Rakete vom Typ "Langer Marsch 2F" hob mit dem Raumschiff "Shenzhou-13" vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan ab. Stunden später dockte das Raumschiff an die Raumstation an, wie die Raumfahrtbehörde des Landes mitteilte. Die drei Astronauten, die in China Taikonauten genannt werden, sollen sechs Monate im Kernmodul der Raumstation bleiben.

Die drei Raumfahrer wollen drei Weltraumspaziergänge unternehmen, um Ausrüstungen für den Ausbau der Station zu installieren. Zudem sollen sie die Lebensbedingungen im Tianhe-Modul beurteilen und Experimente in der Weltraummedizin und anderen Bereichen durchführen.

Erste Frau auf der Station

Unter den drei Astronauten ist auch die Militärpilotin Wang Yaping. Die 41-jährige war als zweite Chinesin ins Weltall gereist und wird die erste Frau auf der chinesischen Raumstation sein. Geleitet wird die Mission vom 55-jährigen Kommandeur Zhai Zhihang, der im Jahr 2008 als erster Chinese einen Weltraumspaziergang absolvierte. Dem Team gehört außerdem der 41-jährige Militärpilot Ye Guangfu an.

Launch of Long March-2F Y13 rocket near Jiuquan

Das Astronautentrio Ye Guanfu, Zhai Zhigang und Wang Yaping (von links nach rechts)

Erst im September hatte China seine erste bemannte Mission zu der neuen Raumstation abgeschlossen. Das Team dieser Mission verbrachte drei Monate im All. Die Raumspaziergänge seines Teams würden "komplexer" sein als die des Vorgängerteams, erklärte Zhai.

Bekenntnis zur internationalen Kooperation

Das Außenministerium erneuerte sein Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit anderen Nationen bei der friedlichen Nutzung des Weltraums. Der Sprecher des Ministeriums, Zhao Lijian, sagte, die Entsendung von Menschen ins All sei eine gemeinsame Sache der Menschheit". China werde auch weiterhin die internationale Zusammenarbeit und den Austausch in der bemannten Raumfahrt vertiefen und erweitern sowie "positive Beiträge zur Erforschung der Geheimnisse des Universums beisteuern". China ist bisher von der Internationalen Raumstation ISS ausgeschlossen, hauptsächlich wegen Einwänden der Vereinigten Staaten gegen die Geheimhaltung des chinesischen Raumfahrtprogramms und dessen engen Verbindungen zum Militär.

Die Volksrepublik hat in den vergangenen Jahren Milliardensummen in sein militärisch geführtes Raumfahrtprogramm gesteckt, um zu den Raumfahrtnationen USA und Russland aufzuschließen. Das Kernmodul der Raumstation "Tiangong" war erst Ende April in seine Erdumlaufbahn gebracht worden. Vollständig in Betrieb gehen soll "Tiangong" den chinesischen Plänen zufolge im kommenden Jahr. Nach der Fertigstellung mit zwei weiteren Sektionen namens Mengtian und Wentian wird die Station etwa 66 Tonnen wiegen. Bis Ende 2022 plant Peking allein elf Raketenstarts, davon drei bemannte Missionen zu seiner Raumstation.

kle/ack (afp, dpa, ape, rtre)

Die Redaktion empfiehlt