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PolitikGlobal

News kompakt: Chile beginnt mit verstärkten Abschiebungen

17. April 2026

Chiles neuer Präsident hat seine Ankündigung wahr gemacht: Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis werden abgeschoben. Alte Lufthansa-Cityline-Jets bleiben für immer am Boden. Der DW-Nachrichtenüberblick.

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Chile Santiago 2026 | Ein Jet startet in den trüben Himmel (16.04.2026)
Maschine mit Migranten an Bord bei Abschiebeflug aus Santiago de Chile (am Donnerstag)Bild: Diego Martin/Aton Chile/IMAGO

In Chile drückt die neue Regierung des ultrarechten Präsidenten José Antonio Kast bei der Abschiebung von Migranten aufs Tempo. Die Behörden haben bereits eine Gruppe von 40 Menschen aus Kolumbien, Bolivien und Ecuador außer Landes gebracht. Kast hatte die verschärfte Migrationspolitik in seiner ersten Fernsehansprache an die Nation am Mittwoch angekündigt. Laut Vize-Innenminister Máximo Pavez sollen die Abschiebe-Flüge intensiviert werden. Zudem sei geplant, Busse einzusetzen, um Menschen in ihre Heimatländer zurückzubringen. Zu den genauen Zahlen äußert sich die Regierung in Santiago bislang nicht.

Kast war Anfang März als neuer chilenischer Präsident vereidigt worden. Während seines Wahlkampfs hatte Kast die rund 330.000 Migranten ohne gültige Papiere zur Ausreise aus Chile aufgerufen und ihnen andernfalls mit Abschiebung gedroht. Pläne der linksgerichteten Vorgängerregierung, den Status von zehntausenden Einwanderern zu legalisieren, kassierte der neue Präsident ein.

Libanesische Armee wirft Israel Verstöße gegen Feuerpause vor

Nach Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen den verfeindeten Nachbarländern Libanon und Israel bleibt die Lage angespannt. Die libanesische Armee warf Israel Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Die pro-iranische Hisbollah, die von vielen Staaten als Terrororganisation gelistet ist, verübte nach eigenen Angaben einen Vergeltungsangriff auf israelische Soldaten.

US-Präsident Donald Trump mahnte die Hisbollah zur Einhaltung der Feuerpause. Die zehntägige Waffenruhe begann um Mitternacht, Ortszeit.

Deutschland will offenbar Minenjagdboote für Hormus-Mission anbieten

Bundeskanzler Friedrich Merz will bei den Beratungen über eine mögliche Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus an diesem Freitag in Paris ein Angebot für eine deutsche Beteiligung machen. Wie es aus Regierungskreisen heißt, soll die Bundeswehr nach einem Ende der Kampfhandlungen Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Luftaufklärung bereitstellen.

Für einen solchen Einsatz müssen aus Sicht der Bundesregierung aber mehrere Bedingungen erfüllt sein. Wichtigste Voraussetzung ist eine Waffenruhe im Iran-Krieg. Einen Einsatz während laufender Kampfhandlungen schließt die Bundesregierung aus. Zudem müsse der Einsatz völkerrechtlich abgesichert werden, idealerweise durch ein Mandat des UN-Sicherheitsrats. Die dritte Bedingung sei ein "belastbares militärisches Konzept", heißt es aus Berlin, zu dessen Erarbeitung die Konferenz in Paris diene. Initiiert wurde sie von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premier Keir Starmer.

Papst setzt in Afrika Friedenspredigten fort

Mit Anklagen gegen die Kriegsherren der Welt hat Papst Leo XIV. seine Afrika-Reise fortgesetzt. In der Stadt Bamenda in Kamerun warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche diejenigen, die Religionen und den Namen Gottes für militärische Zwecke verbiegen und damit "das Heilige in Schmutz Schmutz und Finsternis ziehen". "Selig sind die Friedensstifter!", so der Papst.

Kamerun Bamenda 2026 | Papst Leo XIV. mit gefalteten Händen (16.04.2026)
Papst Leo XIV. in der Kathedrale von Bamenda (am Donnerstag)Bild: Guglielmo Mangiapane/REUTERS

In Kamerun im Westen Afrikas tobt in der Region Bameda seit 2017 ein Konflikt zwischen Regierung und Separatisten, bei dem schon Tausende ums Leben gekommen sind. Kamerun ist für Leo nach Algerien die zweite Station einer elftägigen Afrika-Reise. In den vergangenen Tagen war der Papst nach Friedensappellen mehrfach von US-Präsident Donald Trump kritisiert worden.

Piloten der Lufthansa streiken weiter

Bei Deutschlands größter Fluggesellschaft, der Lufthansa, setzen die Piloten ihren Streik fort. Es ist der fünfte Streiktag in Folge. An vier Tagen davon waren Pilotinnen und Piloten zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, an zwei Tagen die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. An diesem Freitag sind die Lufthansa und ihre Tochtergesellschaft Cityline betroffen, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ankündigte. Deshalb sind abermals zahlreiche Flugausfälle zu erwarten.

Deutschland München 2026 | Eine Bombardier CRJ900 wird von einem Schlepper über das Vorfeld gezogen (15.04.2026)
Canadair-Regionaljet der Cityline (am Mittwoch in München)Bild: Ardan Fuessmann/IMAGO

Als eine Konsequenz aus den Streiks hat die Lufthansa das geplante Aus für die Cityline vorgezogen. Ab Sonnabend sollen 27 ältere Canadair-Jets der Regionalgesellschaft nicht mehr an den Start rollen.

Industrie erhält Milliardenhilfe für günstigeren Strom

Für die deutsche Industrie ist der lang erwartete Industriestrompreis in Reichweite. Die EU-Kommission erlaubt der Bundesregierung, die Industrie mit einem vergünstigten Strompreis zu unterstützen, und zwar in einem Umfang von 3,8 Milliarden Euro.

Deutschland Berlin 2026 | Katherina Reiche bei Pressestatement (16.04.2026)
Bundeswirtschaftsministerin Reiche (am Donnerstag)Bild: dts-Agentur/picture alliance

Damit sei "der Knoten durchschlagen", jubelte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die von einem Signal für mehr Wettbewerbsfähigkeit und die Stärkung des Industriestandorts Deutschland spricht. Gedacht ist die Unterstützung laut Wirtschaftsministerium für rund 9500 Unternehmen aus besonders energieintensiven Branchen wie Chemie, Gummi- und Kunststoffwaren, Glas, Zement oder der Halbleiterfertigung.

AR/haz/ie/pgr (dpa, afp, rtr, kna, epd)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.