Champions League: Kai Havertz stört Party in Leverkusen
12. März 2026
"Der Kontakt ist schon sehr, sehr wenig. Er kommt auch erst zwei Sekunden später zu Fall. Für mich ist das gar kein Elfmeter", sagte Robert Andrich, der Kapitän von Bayer 04 Leverkusen nach dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Arsenal zur entscheidenden Szene.
"Je öfter ich es mir anschaue, umso weniger Kontakt wird es", meinte er im Analyse-Interview mit der Streamingplattform DAZN.
Ausgerechnet Kai Havertz
Kurz vor Ende der Partie hatte sein Mitspieler Malik Tillman nach dem Ball gegrätscht, mit dem Arsenals Noni Madueke in den Leverkusener Strafraum dribbelte. Tillman traf den Ball nicht und streifte die Ferse Maduekes leicht. Dennoch sank der Angreifer zu Boden und es gab Elfmeter.
Den Strafstoß zum 1:1-Endstand verwandelte ausgerechnet Kai Havertz. Der deutsche Nationalspieler war ab 2010 in der Jugend von Bayer Leverkusen ausgebildet worden und hatte von 2016 bis 2020 als Profi für die Werkself gespielt.
"Es tut mir natürlich leid für die Leverkusener, aber das ist Fußball", sagte Havertz nach dem Spiel. "So ein Elfmeter in der letzten Minute ist nicht immer einfach. Aber das sind Momente, für die ich jahrelang gearbeitet habe. Ich glaube, ich habe auf der Seite auch schon den einen oder anderen Elfmeter geschossen."
Ausgerechnet eine Ecke
Zuvor hatte Bayer Leverkusen gegen den Tabellenführer der englischen Premier League ein gute Leistung gezeigt. Arsenal, das vor allem für seine gefährlichen Standardsituationen bekannt ist und sehr viele Tore nach Eckstößen erzielt, kam gegen die gute Leverkusener Defensive kaum zum Zuge.
Stattdessen gin Bayer kurz nach der Pause ausgerechnet durch einen Eckball in Führung. Andrich war - in Arsenal-Manier - von seinen Mitspielern freigeblockt worden und tauchte ganz frei am langen Pfosten auf.
"Der Ball ist perfekt, ich laufe gut ein - und ich köpfe ihn natürlich auch gut ein", lobte Andrich seine Mitspieler und sich selbst. Hätte es nicht den späten Ausgleich durch Kai Havertz gegeben, wäre die Leverkusener Fußball-Party perfekt gewesen.
"1:0 wäre natürlich sehr viel besser gewesen als 1:1, aber so ist es", meinte Bayer-Trainer Kasper Hjulmand. "Wir fahren mit Hoffnungen nach London." Dort findet am kommenden Dienstag das Rückspiel statt.
FC Bayern demontiert "die Göttin"
Wie im Rausch ist dagegen der FC Bayern München im Achtelfinal-Hinspiel über Atalanta Bergamo hinweggefegt und kann bereits entspannt für das Viertelfinale planen. Die Münchener siegten auswärts klar mit 6:1 (3:0). Das Rückspiel am Mittwoch kommender Woche ist damit nur noch Formsache. Im Viertelfinale käme es zum Duell mit Real Madrid oder Manchester City.
Gegen die Italiener behielten die Bayern auch ohne Torjäger Harry Kane und Stammtorhüter Manuel Neuer die Oberhand. Sie nutzten Atalantas Schwächen eiskalt und effizient aus. Der leicht an der Wade verletzte Kane konnte von der Bank aus in aller Ruhe mitansehen, wie Josip Stanisic (12.), der überragende Michael Olise (21.) und Serge Gnabry (25.) früh für klare Verhältnisse sorgten.
Kanes Stellvertreter Nicolas Jackson (53.), erneut Olise (64.) und Jamal Musiala (67.) legten nach der Pause nach. Kurz vor dem Abpfiff traf Mario Pasalic für Bergamo (90.+3).
Atalanta, wegen seines Wappens in Italien auch "La Dea" ("die Göttin") genannt, hatte in den Playoffs noch mit einer Energieleistung Borussia Dortmund ausgeschaltet. Vor zwei Jahren war Leverkusen im Endspiel der Europa League chancenlos und hatte die einzige Niederlage der Double-Saison 2023/2024 erlitten.
Drei Verletzte trüben die Stimmung
Für Sorgenfalten sorgten bei den Bayern lediglich drei Verletzte: Alphonso Davies wurde weinend ausgewechselt, der eingewechselte Jamal Musiala humpelte und konnte das Spiel nicht beenden. Auch Torhüter Jonas Urbig war angeschlagen. Er erlitt direkt vor dem Abpfiff bei einem Zusammenprall eine Gehirnerschütterung.
"Bei Davies ist es wahrscheinlich etwas Muskuläres, Jonas ist ein bisschen benebelt, er hat ein bisschen Kopfschmerzen. Bei Jamal war es eher eine Vorsichtsmaßnahme, er hat was am Knöchel gespürt", gab Bayern-Sportvorstand Max Eberl nach dem Abpfiff eine erste Einschätzung. "Aber Genaues kann ich nicht sagen."
Ergebnisse der Achtelfinal-Hinspiele der Champions League:
Dienstag, 10. März 2026:
Atalanta Bergamo - Bayern München 1:6 (0:3)
Tore: 0:1 Stanisic (12.), 0:2 Olise (22.), 0:3 Gnabry (25.), 0:4 Jackson (52.), 0:5 Olise (64.), 0:6 Musiala (67.), 1:6 Pasalic (90.+3)
Newcastle United - FC Barcelona 1:1 (0:0)
Atletico Madrid - Tottenham Hotspur 5:2 (4:1)
Galatasaray Istanbul - FC Liverpool 1:0 (1:0)
Mittwoch, 11. März 2026:
Bayer 04 Leverkusen - FC Arsenal 1:1 (0:0)
Tore: 1:0 Andrich (46.), 1:1 Havertz (89./Foulelfmeter)
Paris Saint-Germain - FC Chelsea 5:2 (2:1)
Real Madrid - Manchester City 3:0 (3:0)
FK Bodö/Glimt - Sporting Lissabon 3:0 (2:0)