Bundeswehr zieht Soldaten aus Afghanistan ab | Aktuell Asien | DW | 24.03.2020
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Auslandseinsatz in Coronazeiten

Bundeswehr zieht Soldaten aus Afghanistan ab

Nach der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen den USA und den Taliban verringert die Bundeswehr ihre in Afghanistan stationierten Truppen. Das Mandat innerhalb der NATO-Mission werde aber weiter erfüllt.

Bundeswehr in Afghanistan (picture-alliance/dpa/M. Kappeler)

Deutsche Soldaten bewachen einen Konvoi beim Feldlager Camp Marmal (Archivfoto)

"Konkret bedeutet dies, dass bis Mitte Juli 2020 nach derzeitiger Planung rund 18 Prozent der Dienstposten im deutschen Kontingent nicht mehr besetzt werden sollen. Diese Planung ist mit allen Koalitionspartnern innerhalb der Resolute Support Mission abgesprochen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Den im Mandat festgeschriebenen Auftrag könne die Bundeswehr in ihrem Verantwortungsbereich im Norden weiter erfüllen.

Reduzierung im NATO-Rahmen möglich

Derzeit sind rund 1300 deutsche Soldaten als Teil der NATO-Mission "Resolute Support" in Afghanistan. Interne Prüfungen hatten ergeben, dass der Auftrag zur Ausbildung und Beratung afghanischer Truppen auch bei einer Reduzierung fortgesetzt werden könne.

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Welche Bedeutung hat das von den USA und den Taliban vereinbarte Abkommen? (29.02.2020)

Der Kommandeur des NATO-Einsatzes hat die beteiligten Streitkräfte beauftragt zu prüfen, welche Dienstposten unbesetzt bleiben können, um im Zuge der Corona-Pandemie Behandlungskapazitäten zu schonen. Von diesem Schritt sind deutsche Kräfte vor allem im Hauptquartier in Kabul betroffen.

Corona macht auch vor Auslandseinsätzen nicht Halt

Vier Angehörige der Streitkräfte seien inzwischen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, hieß es in einem Schreiben von Resolute Support. COVID-19 betreffe die ganze Welt und auch internationale sowie afghanische Truppen, sagte der Kommandeur der NATO-Truppen in Afghanistan, General Austin Scott Miller, in einer Videokonferenz mit afghanischen Sicherheitskräften.

Der Schwerpunkt bei diesem speziellen Virus müsse darauf liegen, die Ausbreitung zu verhindern. Dies sei selbst unter normalen Umständen schwierig, aber "fast unmöglich, wenn wir Gewalt haben".

Etwa 1500 zivile Nato-Angestellte verschiedener Nationen, die innerhalb der letzten Woche angereist waren, befänden sich als Vorsichtsmaßnahme in Einrichtungen zur Untersuchung. Verdachtsfälle mit Symptomen auf Covid-19 seien in Isolation.

Ungewisse Lage trotz Abkommen

Ende Februar hatten die USA nach langen Verhandlungen mit den Taliban ein Abkommen über Wege zum Frieden in Afghanistan geschlossen. Es soll einen stufenweisen Abzug aller internationalen Truppen aus dem Land einleiten und zu innerafghanischen Friedensgesprächen führen. Trotz des Abkommens gab es zunächst weiter Gewalt. Zudem gibt es nach wie vor Streit über den Ausgang der Präsidentschaftswahl. Die US-Streitkräfte haben bereits einen Abzug begonnen.

fab/kle (dpa, Twitter)

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