Bundesliga-Klub FSV Mainz 05 muss El Ghazi Millionen zahlen
12. November 2025
Der Bundesligist FSV Mainz 05 hat vor Gericht gegen seinen ehemaligen Spieler Anwar El Ghazi verloren. Das Landesarbeitsgericht des Bundeslandes Rheinland-Pfalz bestätigte am Mittwoch, dass die fristlose Kündigung des Niederländers wegen pro-palästinensischer Posts auf Instagram nicht rechtmäßig ist.
Der Verein muss dem Profi rund 1,5 Millionen Euro Gehalt nachzahlen. Das Urteil ist endgültig, eine Revision wird nicht zugelassen.
Meinungsfreiheit schützt Social-Media-Posts
El Ghazi hatte im Oktober 2023 nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel unter anderem die Parole "From the River to the Sea, Palestine will be free" gepostet. Diese wird auch von radikalen Gruppen verwendet, die Israels Existenzrecht bestreiten.
Dennoch sieht das Gericht die Äußerungen durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Der Vorsitzende Richter Andreas Budroweit betonte, El Ghazi habe weder den Hamas-Überfall gerechtfertigt, noch Israel das Existenzrecht abgesprochen. Eine fristlose Kündigung sei daher nicht gerechtfertigt.
Mainz 05 hatte den Spieler zunächst freigestellt und nach einer Erklärung den Konflikt für beigelegt erklärt. Als El Ghazi später in einem weiteren Post den Tod aller Zivilisten, Antisemitismus, Besatzung, Apartheid und Völkermord verurteilte, aber zugleich betonte, er distanziere sich nicht von seinen Ansichten, reagierte der Verein mit der Kündigung.
Weitere Millionenforderung möglich
Neben der Nachzahlung könnte es für Mainz noch teurer werden. Ein zweites Verfahren am Arbeitsgericht Mainz ist ausgesetzt, bis das aktuelle Urteil rechtskräftig ist.
Dort fordert El Ghazi die Differenz zwischen seinem Gehalt in Mainz und dem bei Cardiff City. Dorthin war der Profi nach seiner Kündigung gewechselt. In Cardiff, damals in der englischen 2. Liga, verdiente er rund 1,2 Millionen Euro weniger als in Mainz, wie sein Anwalt Alexander Bergweiler erklärte.
Verhandlungen über eine außergerichtliche Einigung waren zuvor gescheitert. Mainz-Justiziar Patrick Schwarz wollte sich zu weiteren Schritten nicht äußern.
El Ghazi spielt inzwischen für einen Klub im Emirat Katar. Für Mainz bleibt der Fall ein kostspieliges Kapitel - trotz eines kleinen Teilerfolgs: Die Berufungsentscheidung senkte die Zinslast um einige Tausend Euro.