Berlinale mit zahlreichen Stars gestartet | Aktuell Deutschland | DW | 15.02.2018
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Film

Berlinale mit zahlreichen Stars gestartet

In Berlin haben die 68. Internationalen Filmfestspiele begonnen. Eröffnet wird die Berlinale dieses Mal von einem Animationsfilm - und überschattet von den sexuellen Übergriffen in der Filmindustrie.

Vorhang auf für die Berlinale: Eröffnet wurden die 68. Internationalen Filmfestspiele von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD), Jury-Präsident Tom Tykwer und Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm an der Eröffnungsgala teil.

Im Anschluss sollte die Weltpremiere des Animationsfilms "Isle of Dogs" von Wes Andersons gezeigt werden. Dazu wurden der Regisseur und sein Filmteam, darunter die Sprecher und Sprecherinnen der Figuren wie die Schauspieler Bill Murray, Jeff Goldblum, Tilda Swinton und Liev Schreiber erwartet.

Festivaldirektor Dieter Kosslick bei seiner Ankunft (picture alliance/dpa/B. Pedersen)

Festivaldirektor Dieter Kosslick bei seiner Ankunft

Im Rahmen der Eröffnungsgala wurde die Internationale Jury vorgestellt, zu der neben Tykwer die belgische Schauspielerin Cécile de France, der spanische Fotograf und ehemalige Direktor der Filmoteca Española Chema Prado, die US-amerikanische Produzentin Adele Romanski, der japanische Komponist Ryuichi Sakamoto und die US-amerikanische Filmkritikerin Stephanie Zacharek gehören.

Die Jury kündigte an, sie suche bei der Vergabe der begehrten Bären-Preise nach einer starken Stimme. "Wir nehmen das Festival ernst. Aber wir möchten für uns auch ein Fest daraus machen", sagte Jury-Präsident Tom Tykwer ("Lola rennt", "Babylon Berlin").

Die deutsche Schauspielerin Anke Engelke führte als Moderatorin durch die Gala. Weitere internationale und nationale Gäste des Eröffnungsabends wurden erwartet wie der türkische Journalist Can Dündar, die Regisseure Fatih Akin, Leander Haußmann und Detlev Buck, die Schauspielerinnen Hanna Schygulla, Helen Mirren, Iris Berben und Senta Berger, die Schauspieler Mario Adorf und Daniel Brühl.

"Rollenbilder ins Wanken bringen"

Mit Blick auf die weltweite #MeToo-Debatte um Sexismus-Vorwürfe und sexuelle Gewalt in der Filmbranche und anderen Bereichen hatte Kulturstaatsministerin Grütters vor der Berlinale zu einem Kulturwandel aufgerufen, an dem alle mitwirken sollten. Angst und Schweigen seien viel zu lange die stillen Komplizen des Machtmissbrauchs gewesen.

Es sei gut, so die Kulturstaatsministerin, "dass damit Schluss gemacht wird und dass sich nun vermehrt Frauen und auch Männer zur Wehr setzen". Gerade der Filmkunst gelinge es, "den Blick für die Wirklichkeit zu schärfen und überholte Rollenbilder - und auch Weltbilder - ins Wanken zu bringen". Um so bitterer hingegen sei es, dass Frauen im Filmgeschäft vielfach bis heute in Rollen gedrängt werden, die sie nicht spielen wollen, so Grütters, "und dass wir deshalb seit Wochen mehr über Männer reden, die nur einen Bademantel anhaben, als über Frauen, die die Hosen anhaben."

Die Film- und Fernsehbranche kündigte zum Berlinale-Auftakt die Gründung einer Beschwerdestelle gegen Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe an. Grütters wird das Projekt mit 100.000 Euro unterstützen. Zu der Initiative haben sich mehr als ein Dutzend Bundesverbände zusammengeschlossen. Sie vertreten unter anderem Schauspiel, Regie, Maskenbild und Casting. Die Anlaufstelle soll möglichst schon im März die Arbeit aufnehmen. 

400 Filme in zehn Tagen

Auf der Berlinale werden bis zum 25. Februar knapp 400 Filme präsentiert. Insgesamt 24 Beiträge laufen im Wettbewerb, davon konkurrieren 19 um den Goldenen und die Silbernen Bären. Aus Deutschland sind vier Filme im Rennen. Mit dem Goldenen Ehrenbären wird auf der der US-Schauspieler Willem Dafoe für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Mit der Berlinale Kamera für besondere Verbundenheit mit dem Festival werden die Schweizerin Beki Probst, der israelische Produzent Katriel Schory und der tschechische Schauspieler Jiri Menzel geehrt.

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin gelten als einer der wichtigsten Branchentreffs der internationalen Filmindustrie sowie als größtes Publikumsfilmfestival der Welt. Auf dem zehntägigen Festival werden in diesem Jahr rund 17.000 Fachbesucher aus mehr als 120 Ländern erwartet. Zudem werden mehr als 300.000 Kinotickets verkauft.

stu/ml (afp, dpa, epd)

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