Alfons Hörmann geht: DOSB braucht eine neue Führung | Sport | DW | 16.06.2021
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Olympia

Alfons Hörmann geht: DOSB braucht eine neue Führung

Am Ende wurde der Druck aus den Reihen der einzelnen Sportverbände doch zu groß. Kurz vor den Olympischen Spielen in Tokio macht sich die deutsche Spitzenorganisation DOSB daran, eine neue Führung zu suchen.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann

Vor dem Aus: Alfons Hörmann

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, zieht die Konsequenzen aus der schweren Führungskrise und wird bei den Neuwahlen auf der Mitgliederversammlung im Dezember nicht mehr antreten. Auch der Vizepräsident für Wirtschaft und Finanzen, Kaweh Niroomand, wird sich nicht erneut zur Wahl stellen, wie der  DOSB mitteilte. Das Präsidium habe einstimmig entschieden, auf die erwogene Vertrauensabstimmung zu verzichten und im Dezember vorgezogene Neuwahlen durchzuführen.

Vertrauensabstimmung? Das reichte nicht 

Auch an jener Vertrauensabstimmung hatte es öffentliche Kritik gegeben. Nach erneuten Beratungen mit den drei Verbandsgruppen solle mit den nun vorgezogenen Neuwahlen "ein grundsätzlicher Neuanfang" ermöglicht werden, hieß es in der Mitteilung. "In den vergangenen siebeneinhalb Jahren haben wir als Team alles dafür gegeben, den DOSB und den nationalen Sport zu professionalisieren und ihm eine starke Stimme zu geben. Wir haben gemeinsam viel erreicht", wurde Hörmann zitiert. Dennoch wolle er im Dezember den Weg frei machen für einen Neuanfang an der Spitze des Dachverbandes.

Olympische Winterspiele 2018 in Südkorea Biathlon Bundespräsident Steinmeier

Im Kreis von Athleten und Politikern - Alfons Hörmann (links) hier mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Gattin Elke Büdenbender

Offen bleibt, ob Hörmann als Delegationsleiter das deutsche Team mit nach Tokio begleiten wird. Der Widerstand gegen die DOSB-Spitze um den seit 2013 amtierenden Präsidenten war zuletzt immer größer und von Rücktrittsforderungen begleitet worden. Dem 60-jährigen Wirtschaftsmanager an der Spitze des Verbandes wurde ein unangemessener Führungsstil ("Klima der Angst") und eine teilweise Missachtung von Corona-Regeln in der Frankfurter Zentrale vorgeworfen.

Der anonyme Brief

Ausgelöst wurde die Krise durch Vorwürfe in einem anonymen Schreiben von Mitarbeitern. Daraufhin hatten Präsidium und Vorstand des DOSB die Ethikkommission gebeten, die Anschuldigungen zu untersuchen. Das Gremium unter dem Vorsitz des früheren Bundesinnenministers Thomas de Maizère (CDU) hatte in einem Bericht am 7. Juni empfohlen, im Dezember auf der Hauptversammlung um ein Jahr vorgezogene Neuwahlen einzuberufen.

ml/dvo (dpa, SID)