″Alan Kurdi″ findet Hafen in Italien | Aktuell Europa | DW | 02.11.2019
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Migration

"Alan Kurdi" findet Hafen in Italien

Happy End nach langer Irrfahrt: Das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" darf mit 88 Migranten in Süditalien anlegen. Und: Für die meisten der Flüchtlinge ist ein Aufnahmeland bereits gefunden.

Das italienische Innenministerium teilte mit, die "Alan Kurdi" könne in den Hafen von Tarento einlaufen. Die Genehmigung dafür liege vor. Kapitänin Bärbel Beuse hatte zuvor das deutsche Rettungsschiff eigenmächtig in italienische Hoheitsgewässer gesteuert. Die Organisation Sea Eye begründete das mit dem schlechten Wetter. Außerdem sei die Lage an Bord nach fast einer Woche auf dem Mittelmeer angespannt.

"Das Wetter wird immer schlechter, die Leute an Deck werden nass, wir haben entschieden, dass das Schiff Schutz in der Nähe der Küste suchen muss", sagte Sea-Eye-Sprecher Gordon Isler am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Von Libyens Küstenwache bedrängt

Die "Alan Kurdi" hatte die Migranten am vergangenen Samstag aus einem havarierten Schlauchboot aufgenommen. Dabei war die Crew von Schnellbooten der libyschen Küstenwache bedrängt worden, deren Besatzung auch Warnschüsse abgab. Eine schwangere Frau aus Nigeria, die den Angaben zufolge unter Blutungen litt, war bereits am Sonntag von der italienischen Küstenwache nach Lampedusa gebracht worden.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet unter Berufung auf das Innenministerium, Deutschland und Frankreich wollten 60 Migranten aufnehmen, Portugal fünf Menschen und Irland zwei. Der Bürgermeister von Tarento, Rinaldo Melucci, sagte, seine Stadt bereite sich auf die Ankunft vor. Man werde nicht zögern, diesen Menschen in Not in der kurzen Zeit ihres Aufenthalts beizustehen.

Malta EU-Treffen der Innenminister | Luciana Lamorgese, Italien (Getty Images/AFP/M. Mirabelli)

Italiens neue Innenministerin Lamorgese sieht keine "Invasion" von Migranten

Italien hatte unter einer Regierung aus rechtsextremer Lega-Partei und der Fünf-Sterne-Bewegung seine Häfen für Flüchtlinge dicht gemacht. Die seit September amtierende Nachfolgeregierung fährt einen weniger restriktiven Kurs.

Innenministerin Luciana Lamorgese wies die Darstellung ihres Vorgängers, Lega-Chef Matteo Salvini, zurück, Italien müsse sich vor einer "Invasion" von Migranten schützen. "Ich habe keine solchen Informationen", sagte die parteilose Ministerin der Zeitung "La Repubblica". "Wir sind nicht mit einer Invasion konfrontiert."

haz/wa (dpa, kna, rtr)

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