Ab Montag 3G-Regel in Deutschland | Aktuell Deutschland | DW | 22.08.2021
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COVID-19

Ab Montag 3G-Regel in Deutschland

Es war der Beschluss des letzten Bund-Länder-Treffens zur Corona-Situation: Geimpft, getestet, genesen - ohne einen entsprechenden Nachweis kommt man ab Montag kaum noch in eine Gaststätte oder ins Kino.

Zutritt zu öffentlichen Innenräumen gibt es bei hohem Infektionsgeschehen ab Montag nur noch für Geimpfte, Genese oder negativ Getestete. Gemäß einer Vereinbarung von Bund und Ländern schreiben die Bundesländer "3G" für Kliniken, Pflegeheime, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Friseure, Hotels und etwa in Restaurants oder bei Veranstaltungen vor.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Samstag erstmals seit Mai wieder über 50. Am Sonntag hatten sich 54,5 pro 100.000 Menschen innerhalb sieben Tagen neu mit Corona infiziert. Das Land mit der stärksten Steigerung ist derzeit mit Abstand Nordrhein-Westfalen mit 99,2, gefolgt von Berlin mit einer Inzidenz von 67,3.

Wieder mehr COVID-19-Patienten in den Krankenhäusern

Die Zahl der Klinikpatienten mit Corona steigt. Vor allem 35- bis 59-Jährige sind betroffen. Fast alle Infektionen gehen auf die besonders ansteckende Delta-Variante zurück. Menschen mit vollem Impfschutz erkranken dabei nur vergleichsweise selten an Corona und sehr selten schwer, wie eine Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt. Zwar gab es seit Februar mehr als 13.000 Infektionen trotz Impfung. Nur 2,4 Prozent der Corona-Intensivpatienten von 18 bis 59 Jahren waren zuletzt aber voll geimpft.

Deutschland | Coronavirus | PK | Lothar H. Wieler

RKI-Chef Wieler warnt vor vierter Pandemie-Welle

Insgesamt zählte das RKI seit Pandemiebeginn knapp 3,9 Millionen Corona-Infektionen. Menschen Anfang 20 - die im Schnitt wesentlich seltener geimpft sind - steckten sich zuletzt mehr als zehn Mal häufiger an als jene zwischen 65 und 84 Jahren. Das Impftempo in Deutschland hatte in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen. 58,8 Prozent der Menschen sind vollständig geimpft, 63,9 Prozent mindestens einmal.

Mit "3G-Regeln" durch Herbst und Winter

In Bayern will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Coronakurs nicht mehr nur an der Inzidenz ausrichten. "Aufgrund der hohen Impfquote ist die Methodik der ersten drei Wellen, also sich nur auf die Inzidenz zu konzentrieren, nicht mehr passend ", sagte Söder der "Mediengruppe Münchner Merkur tz". Stattdessen soll künftig die Lage in den Kliniken maßgeblich berücksichtigt werden und "eine Art Krankenhaus-Ampel" die rote Linie vorgeben.

Gastronomie im Lockdown dritte Welle

Ein neuer Lockdown soll nach Möglichkeit vermieden werden

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schließt künftige Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für Genesene und Geimpfte aus. Ziel sei es, mit Abstand, Hygiene und Masken im öffentlichen Raum, "3G-Regel " in Innenräumen und "Impfen, Impfen, Impfen" ohne weitere Maßnahmen durch den Herbst und Winter zu kommen, erklärte Spahn.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte der Funke-Mediengruppe: "Nach allem, was wir heute wissen, können wir einen neuen Lockdown für Geimpfte und Genesene vermeiden." Ähnlich äußerte sich Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). Ein weiterer Lockdown oder die Wiederauflage der Bundesnotgrenze seien nicht mehr denkbar, so die Justizministerin in der "Welt am Sonntag". "Ich kann mir einen neuen Lockdown nicht vorstellen. Er wäre auch kaum zu rechtfertigen, wenn ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist."

Nicht zufrieden sind Hotels und Gaststätten mit "3G". Die Regeln bedeuteten mehr Aufwand, Umsatzeinbußen drohten, sagte die Geschäftsführerin ihres Verbands Dehoga, Ingrid Hartges, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

hf/fab (dpa, rtr, afp)

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