RKI sieht Beginn der vierten Pandemie-Welle | Aktuell Deutschland | DW | 20.08.2021
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COVID-19

RKI sieht Beginn der vierten Pandemie-Welle

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts hat in Deutschland die vierte Welle in der Corona-Pandemie begonnen. Von Infektionen betroffen seien vor allem jüngere Menschen.

Der Anteil der positiven Proben unter den PCR-Tests in Laboren sei innerhalb einer Woche bis Mitte August von vier auf sechs Prozent gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI). Grundlage ist rund eine halbe Million Tests aus fast 200 Laboren.

"Damit zeigt sich nun deutlich der Beginn der vierten Welle, die insbesondere durch Infektionen innerhalb der jungen erwachsenen Bevölkerung an Fahrt aufnimmt", heißt es in dem Bericht. Angesteckt hat sich ein Teil der Betroffenen demnach auch in Urlaubsländern, zum Beispiel auf dem Balkan, in der Türkei oder in Spanien.

Deutschland I Beginn der Sommerferien Berlin

Check-in-Terminal am Flughafen Berlin-Brandenburg - Reisende dicht beieinander, fast wie in Vor-Corona-Zeiten

Das RKI schätzt eine Gefährdung für die Gesundheit der noch nicht oder nur einmal geimpften Menschen in Deutschland insgesamt weiterhin als hoch ein. Für vollständig Geimpfte stufen die Forscher sie als moderat ein.

Ähnlich wie im Sommer 2020 - nur fünf Wochen früher

Bereits seit Anfang Juli komme es in Deutschland wieder zu einem Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz vor allem in den Altersgruppen der Zehn- bis 49-Jährigen, heißt es in der Analyse. Ein ähnlicher Anstieg in dieser Bevölkerungsgruppe sei im Sommer 2020 zu beobachten gewesen - allerdings erst fünf Wochen später, also Ende September bis Anfang Oktober. Damals gab es noch keinen Impfschutz. In diesem Sommer dominiert bisher die ansteckendere Delta-Variante des Virus, inzwischen zu 99 Prozent.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt derzeit bei 48,8 Fällen pro 100.000 Einwohner, mit starken regionalen Schwankungen. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen sogenannten Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschland | Coronavirus | Passanten in den Fussgängerzonen in München

Die Sehnsucht der Menschen nach Normalität ist groß, hier in der Münchener Fußgängerzone

Insgesamt haben fast 64 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung gegen COVID-19 bekommen. Rund 58 Prozent wurden bereits vollständig gegen SARS-CoV-2 geimpft. Wünschenswert für ein Ausbremsen der Pandemie sind Impfquoten von 85 Prozent und mehr. Auch das Einhalten der Corona-Regeln wie Masketragen, Hygiene und Abstandhalten sowie das Testen bleibt nach RKI-Einschätzung wichtig.

Der Wochenbericht des RKI erscheint zeitversetzt. Die meisten Ergebnisse in der jüngsten Analyse beziehen sich auf Daten aus der ersten August-Woche.

qu/mak (dpa, afp, rtr)

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