10 Horrorklassiker zu Halloween | Filme | DW | 31.10.2018
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Filme

10 Horrorklassiker zu Halloween

"Halloween 2018" ist derzeit der Renner an den Kinokassen. Doch auch die Klassiker können Filmfans noch immer das Fürchten lehren. Wir haben 10 Filmvorschläge - und schauen mit einem Buchautor in die Abgründe des Genres.

Peter Vogl geht es nicht um die Klassiker des Genres. Zu "Psycho" und "Halloween" finden sich keine Einträge in "Das große Buch des kleinen Horrors". Der Filmjournalist beschäftigt sich in seinem brandneuen Buch, das passend zu Halloween in die Läden kommt, vielmehr mit Filmen mit Titeln wie "Attack of the Killer Donuts", "Demonic Toys", einer ganz Reihe von Streifen, die "Puppetmaster" heißen, oder, ganz harmlos "Annabelle".

Hemmungslose Liebe zum (Horror-)Film

Wenn Sie die nicht kennen sollten, gehören Sie vermutlich nicht zu einem ganz bestimmten Kreis von Horrorfilm-Liebhabern, um die es Vogl in seiner Enzyklopädie geht und für dessen Charakterisierung er sich beim amerikanischen Kultfilmregisseur Quentin Tarantino bedient hat. Tarantino habe, so Peter Vogl, Folgendes gesagt: "Es gibt zwei Arten von Menschen: Jene, die Filme lieben und jene, die nur die Filme lieben, die sie lieben." ("people who love movies and people who only love the movies they love").

MARTYRS, Mylene Jampanoi, 2008. (picture-alliance/Everett Collection)

Angst auf der Leinwand (hier: "Martyrs", Frankreich/Kanada 2008) erzeugt auch Angst vor der Leinwand

"Die tiny horrors sind logischerweise eher für die erste Gruppe der echten Liebhaber gedacht", beschreibt Vogl die Fans des "wahren" Horrorfilms. Und wer sich jetzt fragt, was denn 'tiny horror' ist, den klärt Vogl auch auf: "The Big Book of Tiny Horror ist eine Enzyklopädie über all die Horrorfilme, in denen Spielzeug, Puppen und sonstige kleine Wesen uns ans Leder wollen."

Das ist natürlich kein Vergnügen, soll es aber auch gar nicht sein. Die Filme sind trotzdem beliebt. Vor allem waren sie das in den 1980er und 1990er Jahren, als die Videotheken ihre große Zeit hatten und viele dieser billig produzierten Horrorfilme in die Läden kamen - abseits des regulären Kinobetriebs.

Peter Vogl: "Seelenraubend schlechte Filme"

Vogl selbst beschreibt das "Martyrium" beim Verfassen seines Buches: "Die Filme sind sehr oft lustig, zu oft langweilig, immer wieder eigenartig und manchmal auch abartig, pervers, banal, inspirierend ... und viele von ihnen können auch unerträglich frustrierend und in einigen Fällen sogar fast seelenraubend schlecht sein. Fast niemand - auch unter Genrefilmfans - tut sich freiwillig und regelmäßig so einen Schrott an."

Das Untersuchen von Schrott kann also sehr lehrreich sein. Manchmal lässt sich ja aus Nebenwerken der Filmgeschichte, aus Sub-Genres, B- und C-Filmen einiges herauslesen. Warum schauen die jungen Menschen, meist sind es ja Jungs in einem bestimmten Alter, diese Filme an? Warum hat sich Peter Vogl all diese Filme angeschaut? "Ich mache das, weil man bei ihnen Erfahrungen machen und Dinge sehen kann, welche die oft seichten Mainstreamproduktionen nicht bieten wollen und können."

Der Mainstream vermeidet Kreativität

Ein riesiges Budget garantiere fast immer ein hohes Level an technischer Qualität, meint Vogl, bedeute aber auch ein hohes Risiko: "Die großen Filmstudios sind aber nicht umsonst für ihre Risikounfreudigkeit bekannt - also mal lieber nicht zu ausgefallen und anders sein. Kreativität kann man nicht kaufen, und oft wird etwas gerade wegen des geringen Budgets und der damit verbundenen Einschränkungen etwas Besonderes."

Zum Weiterlesen: Peter Vogl "Das große Buch des kleinen Horrors: Eine Film-Enzyklopädie", Mühlbeyer Filmbuchverlag, 453 Seiten, ISBN-13: 978-3945378496, erscheint am 31.10.2018.

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