Zwei Wochen Haft für Trumps Ex-Wahlkampfberater Papadopoulos | Aktuell Amerika | DW | 07.09.2018
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Russland-Affäre

Zwei Wochen Haft für Trumps Ex-Wahlkampfberater Papadopoulos

George Papadopoulos hat gelogen, als er vom FBI zu seinen Russland-Kontakten befragt wurde. Dafür muss der frühere Wahlkampfberater von US-Präsident Trump mal eben kurz ins Gefängnis.

Ein Gericht in Washington verhängte eine eher milde Strafe, es verurteilte den 31-Jährigen wegen Falschaussage zu einer zweiwöchigen Haftstrafe. Darüber hinaus muss George Papadopoulos eine Geldstrafe von 9500 Dollar zahlen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Papadopoulos habe in einer "Ermittlung von großer Bedeutung für die nationale Sicherheit" die Unwahrheit gesagt, erklärte das Gericht. Der ehemalige Wahlkampfberater von US-Präsident Donald Trump hatte schon vor einiger Zeit zugegeben, die US-Bundespolizei FBI über seine Russland-Kontakte belogen zu haben.

Während des Wahlkampfs im Jahr 2016 hatte Papadopoulos versucht, ein Treffen zwischen Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin zu arrangieren, das letztlich nicht zustande kam. Außerdem traf er sich mit Informanten, die Kontakte zum russischen Geheimdienst gehabt haben sollen. Dabei wollte Papadopoulos offenbar Material für eine Kampagne gegen Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton sammeln.

Auslöser der Russland-Ermittlungen

Das Verhalten des Ex-Beraters veranlasste das FBI, eine Untersuchung zu möglichen Russland-Kontakten des Trump-Teams einzuleiten. Inzwischen geht auch Sonderermittler Robert Mueller - zum großen Ärger Trumps - diesem Verdacht nach.

Washington national security meeting George Papadopoulos mit Trump (Donald Trump's Twitter account via AP)

Papadopoulos (3.v.l.) im Jahr 2016 bei einer Konferenz mit dem damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump

Ausgelöst hat Papadopoulos die Russland-Ermittlungen nach US-Medienberichten durch Äußerungen im Mai 2016. Demnach plauderte er bei einem Trinkgelage mit einem australischen Diplomaten in London aus, dass Russland belastende Informationen über Clinton in Form von E-Mails besitze. Als zwei Monate später gehackte Mails des demokratischen Parteivorstandes von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurden, sollen australische Beamte das FBI über diese Äußerungen unterrichtet haben.

Trump kennt ihn nicht mehr

Donald Trump distanzierte sich im Zuge der Angelegenheit von seinem Ex-Berater. Dieser sei im Wahlkampf nur ein "Freiwilliger auf einem unteren Level" gewesen, ließ er wissen.

Als Präsidentschaftskandidat hatte Trump Papadopoulos in einem Gespräch mit der "Washington Post" dagegen noch als Teil seines Außenpolitik-Teams vorgestellt. "George Papadopoulos, er ist ein Öl- und Energieberater, exzellenter Typ", sagte Trump damals.

Am Freitag beharrte Trump nach Angaben mitreisender Reporter an Bord der Regierungsmaschine Air Force One darauf, er kenne Papadopoulos nicht. Er habe ihn mal auf einem Foto neben sich an einem Tisch sitzen gesehen. "Das ist das Einzige, was ich von ihm weiß."

gri/ml (rtr, afp, dpa, ape)

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