Zwangslandung schürt Spannungen | Aktuell Nahost | DW | 12.10.2012
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Aktuell Nahost

Zwangslandung schürt Spannungen

Die von der Türkei erzwungene Landung eines aus Moskau kommenden "Syrian"-Airbus verursacht heftige diplomatische Turbulenzen: Syrien bezichtigt Premier Erdogan der Lüge. Kremlchef Putin sagt einen Türkei-Besuch ab.

Waren Rüstungsgüter an Bord der syrischen Passagiermaschine, die sich am Mittwoch auf dem Flug von Moskau nach Damaskus befand? Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan (Artikelbild) sagt ja, Russland und Syrien bestreiten das vehement.

Bestellung aus Damaskus?

"Der türkische Ministerpräsident führt seine Reihe lügenhafter Erklärungen fort, die darauf abzielen, das feindselige Verhalten seiner Regierung gegenüber Syrien zu rechtfertigen", erklärte das syrische Außenministerium. Erdogan hatte zuvor mitgeteilt, die von der Türkei beschlagnahmte Fracht der "SyrianAir"-Maschine habe "Munition" und militärische Ausrüstung enthalten. Ein russischer Rüstungshersteller habe diese an das Verteidigungsministerium in Damaskus schicken wollen, so Erdogan weiter. Laut Medienberichten soll es sich bei den beschlagnahmten Gütern um Kommunikationsausrüstung, Störsender und Raketenteile handeln.

SyrianAir-Flugzeug auf dem Flughafen Ankara (Foto: Reuters)

Musste in Ankara landen: A320 der "SyrianAir"

Die russische Rüstungsexportbehörde betonte, wenn Russland Militärausrüstung oder Waffen an Syrien hätte liefern wollen, wäre dies gemäß den Regeln, nicht auf illegalem Wege geschehen und "vor allem nicht mit Zivilisten an Bord des Flugzeuges". Russland hielt der Türkei zudem vor, das Leben der Passagiere an Bord gefährdet zu haben. Staatspräsident Wladimir Putin sagte eine für kommende Woche geplante Reise in die Türkei ab - offiziell wegen Terminproblemen.

Geheimdienst gab Tipp

Der Airbus der "SyrianAir" war am Mittwochabend in türkischem Luftraum von Kampfjets abgefangen und zur Landung in Ankara gezwungen worden. Hintergrund der Operation waren nach Angaben Erdogans Geheimdiensterkenntnisse. Das Flugzeug fliegt die Strecke Moskau-Damaskus zwei Mal die Woche. Woher die Informationen über die verdächtige Ladung bei dem Flug am Mittwoch stammten, wollte der türkische Premier nicht sagen.

wa/re (afp, dapd, afp)

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