Zum Tod des Fotografen Michael Wolf | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 27.04.2019
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Kunst

Zum Tod des Fotografen Michael Wolf

Wie wollen wir leben? Diese Frage zieht sich durch das Werk des preisgekrönten Fotografen Michael Wolf. Im Alter von 64 Jahren ist der gebürtige Münchner in Hongkong gestorben.

Bekannt wurde der Fotograf, der ab 1994 in Hongkong lebte, mit seinen Arbeiten zu Megastädten. Sie reflektieren insbesondere die Lebensbedingungen in Metropolen wie Hongkong, Tokio, Chicago und Paris. Die Themen Massenkonsum, Privatsphäre und Bevölkerungsdichte ziehen sich kontinuierlich durch Wolfs Œuvre.

Für seine Bilder wurde der Fotograf vielfach ausgezeichnet; zu sehen sind sie außerdem in den großen Museen der Welt, wie dem Metropolitan Museum of Art in New York. Wolf hat mehr als 30 Fotobücher über urbanes Leben herausgebracht, darunter sein berühmtes "Architecture of Density" über Hochhäuser in Hongkong, oder "Informal Solutions", in dem er den Charme der Hinterhofgassen der asiatischen Wirtschaftsmetropole festhält. 

Von München nach Hongkong

Geboren wurde Michael Wolf 1954 in München. 14 Jahre später hält er zum ersten Mal eine Kamera in der Hand, die ihm seine Eltern zum Geburtstag schenken - und macht sein erstes Foto. Eine Leidenschaft, die ihn bis zu seinem Tode nicht losließ.

Seine Kindheit und Jugend verbringt er in den USA und Kanada. Mit knapp 20 Jahren beginnt er in Essen ein Studium der Fotografie und arbeitet als freischaffender Dokumentarfotograf in Deutschland. Später zieht es ihn nach Hongkong, wo er unter anderem als Fotograf für das deutsche Magazin "Stern" arbeitet.

Neugierig auf den nächsten Sonnenuntergang

Seine Aufenthalte in Metropolen wie Hongkong und Paris werden zur Quelle der Inspiration. Die extreme Dichte, Anonymität und Dynamik faszinieren Wolf - bis ihm die Großstadt selbst zu eng wird und er sich auf Cheung Chau niederlässt. Das beschauliche Zuhause auf der Hongkonger Insel inspiriert ihn ebenfalls: "Er freute sich, den nächsten Sonnenaufgang zu sehen, und war neugierig, was sich vor ihm entfalten würde", teilte seine Familie zu seinem Tod mit.

"Jeden Tag wachte er in derselben Landschaft auf, doch sah es jeden Morgen anders aus." Wolf sei neugierig über das Leben, über Kunst und Fotografie gewesen; ein sensibler Beobachter, der die Welt wie kein anderer wahrgenommen hat.

Wie seine Frau erst jetzt der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, ist Michael Wolf in den Morgenstunden des Donnerstags im Schlaf in seinem Haus auf Cheung Chau gestorben.

bb/jj (dpa)