Zoll stellt zwei Tonnen Kokain sicher | Aktuell Europa | DW | 31.01.2019
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Drogenschmuggel

Zoll stellt zwei Tonnen Kokain sicher

Es ist ein Drogenfund, den es in dieser Größenordnung in Italien seit 25 Jahren nicht gegeben hat. Zollfahnder in Genua beschlagnahmten eine Rekordmenge Kokain mit einem Verkaufswert von rund einer halben Milliarde Euro.

Mehr als zwei Tonnen Kokain - genau 2103 Kilogramm - mit einem Verkaufswert von rund 500 Millionen Euro wurden sichergestellt; Italiens Zollfahnder sprechen von einem spektakulären Schlag im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel. Nach Angaben der Polizei ist es der größte Drogenfund in Italien seit 25 Jahren. Die in 60 Säcke mit 1801 Einzelpaketen verpackten Drogen stammten demnach von mehreren Banden in Kolumbien, die mit dem sogenannten Clan del Golfo zusammenarbeiten. Dieses berüchtigte kolumbianische Drogenkartell ist für rund 70 Prozent der Kokain-Produktion in Kolumbien verantwortlich und setzt Gewalt und Einschüchterung ein, um die Produktion und den Handel zu kontrollieren.

"Genuesischer Schnee"

Dem Schlag gegen das Drogen-Kartell waren Ermittlungen der italienischen Polizei gemeinsam mit Kollegen aus Kolumbien, Großbritannien und Spanien vorausgegangen. Das Kokain wurde demnach am 23. Januar während der Operation "Genuesischer Schnee" in einem Schiffscontainer im Hafen von Genua entdeckt. Der Container sollte von dort aus nach Barcelona verschifft werden.

In der spanischen Stadt, Zielort des Containers aus Kolumbien, wurde im Rahmen der konzertierten Aktion der Zollfahnder demnach ein 59-jähriger Spanier festgenommen. Er wurde gefasst, als er die Lieferung in Empfang nehmen wollte. Laut italienischen Medienberichten fiel er auf eine Finte der Fahnder herein. Die Zöllner hatten den Inhalt der Kokain-Päckchen durch Salz ersetzt und die Ladung nach Barcelona gebracht.

Neue Drehkreuze beim Kokainschmuggel

Bereits am Mittwoch war der Fund von knapp 650 Kilogramm Kokain im norditalienischen Hafen Livorno bekannt gegeben worden. Die Droge war in einem Schiffscontainer mit Kaffeebohnen versteckt und hatte einen Wert von 130 Millionen Euro. Auch dieser Container, der aus Honduras los geschickt und in Costa Rica auf ein anderes Schiff verladen worden war, hätte nach Angaben der Polizei weiter nach Barcelona gehen sollen.

Der Staatsanwalt von Genua, Francesco Cozzi, sagte vor Journalisten, sowohl Genua als auch Livorno seien die neuen Drehkreuze des internationalen Schmuggels. "Der Hafen von Genua hat Gioia Tauro ersetzt", sagte Cozzi mit Blick auf die kalabrische Hafenstadt, die sich fest in der Hand der 'Ndrangheta befindet. Die berüchtigte Mafiaorganisation soll den größten Teil des europäischen Kokainhandels kontrollieren.

qu/kle (dpa, afp)

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