Zehn Kinder bei Luftangriff im Jemen getötet | Aktuell Nahost | DW | 14.08.2016
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Aktuell Nahost

Zehn Kinder bei Luftangriff im Jemen getötet

Die arabische Allianz hat im Jemen eine Koranschule bombardiert und dabei zehn Kinder getötet. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF erklärte, auch insgesamt sei die Zahl der getöteten und verletzten Kinder im Land gestiegen.

Kinder in Sanaa betrachten am Donnerstag die Folgen eines anderen Luftangriffs (Foto: AFP)

Kinder in Sanaa betrachten am Donnerstag die Folgen eines anderen Luftangriffs

"Bei uns wurden zehn tote Kinder und 28 Verletzte, alle unter 15 Jahre, eingeliefert, die Opfer von Luftangriffen auf eine Koranschule in Haidan sind", sagte die Sprecherin von Ärzte ohne Grenzen (MSF), Malak Schaher. Die Angriffe ereigneten sich demnach bereits am Samstag.

Über den Kurznachrichtendienst rief die Hilfsorganisation alle Kriegsparteien auf, die Zivilbevölkerung besser zu schützen.

Haidan liegt in der Provinz Saada im Nordwesten des Landes. Die Koranschule befindet sich in einem Gebiet, das von den Huthi-Rebellen kontrolliert wird.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF bestätigte den Vorfall, bei dem Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren getötet worden seien. Das Hilfswerk kritisierte, durch die Zunahme der Kämpfe in der vergangenen Woche sei auch die Zahl der getöteten und verletzten Kinder gestiegen.

"Abscheuliches Verbrechen"

Die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen machten die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition für den Angriff verantwortlich. Sie veröffentlichten im Online-Netzwerk Facebook Fotos und Videos von toten, blutüberströmten Kindern. Huthi-Sprecher Mohammed Abdulsalam erklärte, Kampfflieger hätten in der Dschomaa-bin-Fadhel-Schule Kinder "ins Visier" genommen. Dies sei ein "abscheuliches Verbrechen".

Ein Sprecher der Koalition, die auf Seiten der international anerkannten Exil-Regierung von Abd-Rabbu Mansur Hadi steht, lehnte eine Stellungnahme ab.

Vor einer Woche hatten die Vereinten Nationen die seit April in Kuwait geführten Friedensgespräche zur Beilegung des Konflikts im Jemen vorübergehend ausgesetzt. Regierungstruppen kämpfen im Jemen gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee. Ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis unterstützt die Truppen des geflohenen Präsidenten Hadi seit März 2015 mit Luftangriffen.

Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 6400 Menschen getötet, viele von ihnen Zivilisten. Rund 2,8 Millionen Menschen ergriffen die Flucht.

stu/SC (afp, rtr)

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