Zehn bemerkenswerte Games aus Deutschland
Digitale Spiele aus Deutschland können oft nicht mit der internationalen Konkurrenz mithalten. Dennoch gibt es einige Games, die positiv herausstechen.

"Turrican" (1990)
Mit dem Siegeszug der Heimcomputer kam eine Flut an neuen Spielen heraus. 1990 wurde das Hüpf- und Baller-Spiel "Turrican" veröffentlicht, das der deutsche Entwickler Manfred Trenz fast im Alleingang erschaffen hat. Es spielt in einer Science-Fiction-Welt und war sehr populär, weil es für damalige Verhältnisse sehr gut aussah und auch technisch alles aus dem C64 rausholte.
"Siedler"-Reihe (seit 1993)
Heute denken viele bei deutschen Spielen vor allem an Aufbauspiele oder Wirtschaftssimulationen. Großen Anteil daran hat die "Siedler"-Reihe, die der deutsche Programmierer Volker Wertich erfunden hat. Hier pflanzen Pixel-Männchen Bäume, angeln Fische, bevölkern die Straßen, tragen Rohstoffe von A nach B, suchen Gold und schmieden Waffen, um das Königreich zu verteidigen oder zu erweitern.
"Anno"-Reihe (seit 1998)
Wenige Jahre nach dem ersten "Siedler"-Spiel kam 1998 "Anno 1602" auf den Markt, das zunächst in Österreich entwickelt wurde. Erst seit dem dritten Ableger sind deutsche Studios federführend. In den "Anno"-Games müssen die Spielenden strategisch vorgehen, Inseln besiedeln, Rohstoffe abbauen, Güter herstellen und sich auch um die Zufriedenheit der Bevölkerung kümmern.
"Far Cry" (2004)
Mittlerweile zählen die "Far Cry"-Spiele zu den Top-Titeln, werden aber nicht mehr in Deutschland entwickelt. Das war beim ersten Teil noch anders, der beim Frankfurter Studio Crytek entstanden ist und sich weltweit fast drei Millionen Mal verkauft hat. Der Shooter bestach durch abwechslungsreiches Leveldesign und eine opulente Grafik, die zum damaligen Zeitpunkt überragend war.
"Spec Ops – The Line" (2012)
Auch "Spec Ops – The Line" ist ein Shooter und wurde von dem Berliner Studio Yager Development entwickelt. Obwohl die Hauptaufgabe darin besteht, Gegner niederzuschießen, gilt es als Anti-Kriegsspiel – was in diesem Genre eine Ausnahme ist – denn es konfrontiert die Spielenden mit moralischen Fragen, mit der inneren Zerrissenheit von Soldaten und all dem Leid, das ein Krieg mit sich bringt.
"Lords of the Fallen" (2014)
Das Actionrollenspiel ist in einer düsteren, mittelalterlichen Fantasywelt angesiedelt. Unübersehbar ist der Einfluss des japanischen Rollenspiels "Dark Souls" (2011), das den Spielenden aufgrund seines hohen Schwierigkeitsgrads einiges abverlangt – vor allen Durchhaltevermögen und Frustresistenz. Entwickelt wurde "Lords of the Fallen" von dem Frankfurter Studio Deck 13.
"The Surge" (2017)
Ebenfalls von Deck 13 stammt "The Surge". Das Spielprinzip ist dasselbe wie bei "Lords oft the Fallen" – beinharte Kämpfe, die selbst versierte Spielerinnen und Spieler herausfordern – aber mit dem Unterschied, dass es in einer dystopischen Zukunft spielt. Das kam so gut an, dass ein zweiter Teil des Actionrollenspiels entwickelt wurde, der schon zwei Jahre später erschien.
"Trüberbrook" (2019)
In "Trüberbrook" läuft man durch ein deutsches Provinzkaff, löst Rätsel und spricht mit vielen skurrilen Charakteren, um am Ende die Welt zu retten. Spielerisch ist das Abenteuerspiel des Kölner Entwicklers bildundtonfabrik zwar nicht herausragend, dafür sieht es wunderschön aus. Die Hintergründe wurden nicht am Computer gestaltet, sondern von Bühnenbildnern gebaut und anschließend digitalisiert.
"Desperados III" (2020)
Das Echtzeit-Taktikspiel "Desperados III" von dem Münchner Entwicklerteam Mimimi Games ist ein Nischentitel, der aber weltweit Fans hat. Er punktet mit reizenden Charakteren, wie etwa der toughen Kate O'Hara, die ihr Parfümfläschchen als Waffe einsetzen kann. Ziel ist es, clever durch die Wildwest-Level zu schleichen ohne von den Gegnern entdeckt zu werden.
"Dorfromantik" (2021)
Vier Game-Design-Studenten aus Berlin haben jüngst das Indie-Spiel "Dorfromantik" entwickelt. Es ist ein beinahe meditatives Aufbauspiel, bei dem sechseckige Karten, die Wälder, Flüsse, Felder und Häuser abbilden, aneinandergereiht werden müssen. Bei ruhiger Musik puzzeln sich die Spielenden so ein romantisches kleines Dorf zusammen – und können dabei dem Alltagsstress entfliehen.