Yellen sendet moderate Signale | Wirtschaft | DW | 30.03.2016
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Wirtschaft

Yellen sendet moderate Signale

Die Fed will laut US-Notenbank-Chefin Janet Yellen an ihrem Kurs behutsamer Zinserhöhungen festhalten. Zweifel an der Konjunkturerholung in den USA versuchte sie, zu zerstreuen. Die Aktienmärkte reagieren positiv.

Zwar würden globale Wirtschaftsrisiken voraussichtlich nicht groß auf die USA ausstrahlen, sagte Yellen am Dienstag bei einer Veranstaltung in New York. Es sei aber nach wie vor angemessen, dass die Federal Reserve "vorsichtig" mit ihren Zinsschritten fortfahre. "Aus den Entwicklungen im Ausland folgt, dass das Erreichen unserer Ziele für Beschäftigung und Inflation wahrscheinlich einen etwas niedrigeren Pfad der Leitzinsen erfordert als im Dezember vorhergesehen."

Die moderaten Töne der US-Notenbankchefin trieben in Asien die Kurse an den Aktienmärkten ins Plus. Fast überall - mit Ausnahme Tokios - sorgten Yellens Äußerungen für gute Stimmung. In Hongkong und in China lag der Zuwachs bei gut einem Prozent. Der Dollar verlor dagegen im asiatischen Handel. Zuvor hatte Yellen auch an der Wall Street für Auftrieb gesorgt.

Anleger werteten ihren Auftritt als Signal, dass die Fed weitere Zinserhöhungen nicht forcieren wird. Ihre Äußerungen sorgten auch für Kursgewinne des Euro zum Dollar und von US-Staatsanleihen, die Ölpreise erholten sich teilweise von ihren Verlusten.Yellen verwies in ihrer Rede vor dem "Economic Club of New York" auf Risiken für die Weltwirtschaft, unter anderen auf die Konjunkturabkühlung in China, und benannte sie als Grund für die Vorsicht, mit der die Zentralbank weiter vorgehen werde.

USA Arbeitsmarkt boomt

Die Auswirkungen globaler Konjunkturrisiken auf die USA sind laut Yellen "sehr wahrscheinlich begrenzt" - Stellenangebot in einem Fast Food-Laden in New York

Yellen ergänzte, der Gegenwind für die US-Wirtschaft aus dem Ausland lasse nach. Dies sei ein wichtiger Grund dafür, dass die Geldpolitik "graduelle Erhöhungen" für angemessen halte. "Insgesamt werden die Nachwirkungen aus den globalen Marktentwicklungen seit Jahresstart für die US-Wirtschaft sehr wahrscheinlich begrenzt sein." Die Grundannahmen für die Wirtschaftsausichten und die Inflation in den USA hätten sich nicht wesentlich verändert.

Zinserhöhung im Juni?

Die Fed hatte zuletzt signalisiert, dass sie dieses Jahr die Zinszügel nur langsam straffen wird. Die US-Notenbank hält seit der historischen Zinswende im Dezember ihre Leitzinsen in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Viele Experten gehen aktuell davon aus, dass die Währungshüter bis Jahresende lediglich zwei kleine Erhöhungen beschließen werden. Noch Ende 2015 hatte die Fed doppelt so viele Schritte auf dem Zettel.

Auch der Präsident des Fed-Bezirks von San Francisco, John Williams, plädierte am Dienstag dafür, den Kurs einer behutsamen Straffung der Geldpolitik beizubehalten. Er erwartet, dass die Arbeitslosenquote dieses Jahr auf 4,5 Prozent sinken wird. Damit ist Vollbeschäftigung de facto erreicht. Das Inflationsziel von zwei Prozent werde wohl innerhalb von zwei Jahren erreicht.

Als geeigneter Zeitpunkt für den nächsten Zinsschritt gilt bei Experten derzeit der Juni. Einige Notenbanker brachten aber kürzlich auch eine Erhöhung auf der Fed-Sitzung im April ins Spiel.

tko/dk (rtr, afp)

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