WHO: 140.000 Masern-Tote binnen eines Jahres | Aktuell Welt | DW | 05.12.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Gesundheit

WHO: 140.000 Masern-Tote binnen eines Jahres

Die Masern breiten sich vielerorts gefährlich aus. Vor allem in Afrika infizieren sich immer mehr Menschen mit der hochansteckenden Krankheit. Die Zahl der Todesfälle steigt - und Besserung ist nicht in Sicht.

Madagaskar Iarintsena Impfung gegen Masern (picture-alliance/dpa/L. Bezain)

Masern-Impfung in einem Gesundheitszentrum im Süden Madagaskars

Nachdem es über Jahre große Erfolge im Kampf gegen die Masern gab, hat sich der Trend zuletzt umgekehrt. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte es 2018 knapp 9,8 Millionen Masernfälle gegeben haben. Im Jahr davor waren es demnach knapp 7,6 Millionen.

Rund 140.000 Menschen sind laut WHO-Schätzung im vergangenen Jahr an der hochansteckenden Infektionskrankheit gestorben, ein Anstieg um 16.000 im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Toten sind Kinder unter fünf Jahren. Da in vielen Ländern keine Meldepflicht für Masern besteht, kann die WHO nur Schätzungen zur Zahl der Krankheitsfälle veröffentlichen.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnete den Tod vieler Kinder aufgrund mangelnden Impfschutzes als ungeheuerlich. Die Länder müssten sicherstellen, dass die gesamte Bevölkerung ausreichend gegen Masern geimpft sei.

Impfquote immer noch zu gering

Die WHO und das UN-Kinderhilfswerk UNICEF schätzen, dass 2018 weltweit 86 Prozent der Kinder eine erste Impfung gegen Masern erhielten. Die für den Schutz gegen Ansteckung notwendige zweite Impfung sei nur noch bei weniger als 70 Prozent erfolgt. Geringe Impfquoten und fehlender Impfschutz in einigen Bevölkerungsgruppen oder Regionen sind laut WHO die Hauptgründe für die Zunahme der Krankheitsfälle.

Masern-Hotspot Kongo

Als Brennpunkte wurden die Demokratische Republik Kongo, Liberia, Madagaskar, Somalia und die Ukraine genannt. UNICEF verwies zudem auf den jüngsten Masern-Ausbruch im polynesischen Inselstaat Samoa, bei dem in den vergangenen Wochen Dutzende Kinder gestorben sind.

Allein in der Demokratischen Republik Kongo wurden in diesem Jahr bereits 250.000 Masern-Fälle gemeldet. Laut "Ärzte ohne Grenzen" starben dort seit Anfang des Jahres mehr als 5000 Menschen an einer Maserninfektion, mehr als 90 Prozent der Toten waren kleine Kinder.

Die Masern sind eine durch das Morbilli-Virus ausgelöste, hochansteckende Infektionskrankheit. Medikamente zur Behandlung gibt es nicht. Schutz wird allein durch das Impfen erreicht. Bei Infizierten treten Fieber, Husten, Schnupfen und gelegentlich Gelenkschmerzen auf. Etwas später erscheint ein roter, fleckiger Hautausschlag. Sieben bis acht Prozent der Kranken bekommen Fieberkrämpfe. Zum Schutz der gesamten Bevölkerung müssen laut Medizinern des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 95 Prozent der Kinder und Erwachsenen gegen Masern immunisiert sein. Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention.

In Deutschland sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 92 Prozent der Menschen vollständig gegen Masern geimpft. 97 Prozent erhielten nur eine Impfdosis.

qu/rb (dpa, rtr, afp, epd)

Video ansehen 02:26

Madagaskar: Tod durch Masern

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema