″Werden bereit sein″ - Klopp heiß auf Rom | Sport | DW | 23.04.2018
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Champions-League-Vorschau

"Werden bereit sein" - Klopp heiß auf Rom

Jürgen Klopp will mit dem FC Liverpool in der Champions League den nächsten Coup landen. Gegner im Halbfinale ist AS Rom. Er baut dabei auf das Anfield-Flair und auf seinen Top-Torjäger Mohamed Salah.

Die verbockte Generalprobe macht Jürgen Klopp keine Angst. "Ich muss meinen Spielern nicht sagen, dass das nicht gut genug war und wir es besser können. Ich bin mir sicher, dass meine Jungs bereit sein werden", sagte der deutsche Teammanager des FC Liverpool nach dem 2:2 am Wochenende in der Liga bei West Bromwich Albion. Am Dienstag (20.45 Uhr MESZ, ab 20.30 Uhr im DW-Liveticker) trifft sein Team im Halbfinal-Hinspiel in der Champions League auf AS Rom an der heimischen Anfield Road.

Gegen West Brom, das Schlusslicht der Tabelle, sah Klopps Team, das mit einer besseren B-Elf aufgelaufen war, wie der sichere Sieger aus. Immerhin hatte Liverpool mit 2:0 geführt. Doch nach zwei späten Gegentreffern musste man mit einem Punkt leben. Besonders bitter für Liverpool: Beide Treffer für West Bromwich fielen nach Standardsituationen. Schon in der Vergangenheit war Klopps Team bei Freistößen und Ecken anfällig. Beim entscheidenden Gegentor zum 2:2-Endstand machte auch der deutsche Torwart Loris Karius keine gute Figur.

"Darüber bin ich wirklich glücklich"

Das alles soll pünktlich zum Anpfiff in der Champions League keine Rolle mehr spielen, wenn an der Anfield Road wieder die Hymne der Königsklasse erklingt. Der fünfmalige Sieger des Wettbewerbs steht zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder im Halbfinale des höchsten europäischen Wettbewerbs. Das Ziel ist klar: die erste Finalteilnahme seit 2007 und dann der erste Titel seit 2005 durch den legendären Final-Sieg über den AC Mailand nach 0:3-Rückstand.

Helfen soll dabei die besondere Stimmung im heimischen Stadion. "Wenn du den Platz betrittst, hast du das Gefühl, die Fans geben noch mehr als in der Premier League. Sie können dir wirklich dabei helfen, auch schwierige Momente zu überstehen", sagt Mittelfeldspieler Georginio Wijnaldum über das Europapokal-Flair an der Anfield Road.

Das war im Viertelfinale beim Hinspiel gegen Englands Meister Manchester City zu beobachten. Die Zuschauer sangen 90 Minuten lang durch und waren so laut wie selten. Getragen von dieser Unterstützung kam Liverpool zu einem 3:0-Erfolg durch drei Tore schon in der ersten Halbzeit. Im Rückspiel in Manchester stellte die Mannschaft mit einem 2:1-Sieg den Einzug in die Runde der letzten vier Teams sicher. "Es ist eine Weile her, dass Liverpool zuletzt im Halbfinale war. Und es ist eine Weile her, dass ich zuletzt im Halbfinale war. Jetzt sind wir zusammen da. Darüber bin ich wirklich glücklich", sagte Klopp direkt nach dem entscheidenden Triumph im zweiten Treffen.

Euphorisch - wie die Fans von Borussia Dortmund

Der Coach steht zum ersten Mal seit 2013 wieder im Halbfinale der Champions League. Damals zog er mit Borussia Dortmund dann auch ins Endspiel ein, das allerdings gegen Bayern München verloren ging. Wie damals der BVB startete auch Liverpool in dieser Saison als Außenseiter in den Wettbewerb. Und wie damals die Borussia profitiert auch Liverpool in dieser Saison von einem guten Teamgeist, von einem Coach, der in der Champions League alles aus seiner Mannschaft herausholt, und von einem euphorischen Publikum.

Nach dem Weiterkommen gegen Manchester City, das in der Premier League in dieser Saison noch den Rekord für die meisten Punkte und Tore brechen kann, dürfte Liverpool gegen Rom als Favorit gelten. Doch Klopps Mannschaft ist gewarnt. Denn der Gegner aus Italien schaffte im Viertelfinale ein beinahe unmögliches Comeback gegen den FC Barcelona. "Ich konnte es nicht glauben, als ich davon gehört habe. Sie sind eine gute Mannschaft, aber ich fürchte niemanden", sagt Liverpools Verteidiger Virgil Van Dijk. Nach den bisherigen Auftritten in der Champions League gibt es dazu auch keinen Grund, zumal der FC Liverpool mit Mohamed Salah den frisch gebackenen Fußballer des Jahres der Premiere League in seinen Reihen hat.

Salah für Klopp ein Glücksgriff

Dessen Auftritt gegen AS Ron steht besonders im Fokus, weil der Top-Torjäger in der vergangenen Saison noch für die Italiener gespielt hatte, ehe er nach Anfield kam. Gerade einmal 42 Millionen Euro musste Liverpool für Salah im Sommer bezahlen, inzwischen hat der Stürmer seinen Marktwert um ein Vielfaches gesteigert. Das weiß auch Roma-Sportdirektor Monchi, der dem Deal nachtrauert. "Der Verkauf fand vor dem Neymar-Wechsel statt, das hat den Transfermarkt revolutioniert. Aber wir mussten ihn aus Gründen des Financial Fair Plays vor dem 30. Juni verkaufen."

Für Jürgen Klopp war es jedenfalls ein Glücksgriff. 31 Liga-Tore hat Salah in dieser Saison bereits erzielt und damit den Rekord von Alan Shearer (1995/1996), Cristiano Ronaldo (2007/2008) und Luis Suarez (2013/2014) eingestellt, in den ausstehenden drei Spielen kann er die Marke gar noch toppen. Doch vorher wartet die große Chance auf das Königsklassen-Finale. Kein Wunder, dass Klopp seinem Superstar schon vor dem Trip nach London mit auf den Weg gab: "Bitte nimm die Trophäe und komm nach Hause. Wir spielen am Dienstag."

jhr/tk (sid, dpa)

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