Guardiola gegen Angstgegner Klopp | Fußball | DW | 09.04.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Champions League

Guardiola gegen Angstgegner Klopp

Seit er Barcelona verlassen hat, kann Pep Guardiola die Champions League nicht mehr gewinnen. Für Manchester City scheint das Duell mit dem FC Liverpool und Jürgen Klopp schon nach dem Viertelfinal-Hinspiel verloren.

Pep Guardiola braucht ein Wunder, um im Viertelfinal-Rückspiel mit Manchester City gegen Jürgen Klopps FC Liverpool doch noch das Halbfinale der Champions League zu erreichen. Schon in München war Guardiola dem Titel vergeblich hinterher gehechelt, dreimal scheiterte er an spanischen Klubs. Diesmal scheint ein Deutscher ihn aus dem Wettbewerb zu werfen: Jürgen Klopp, gegen dessen Überfall-Taktik das Team von Guardiola beim 0:3 im Hinspiel keine Antwort fand. Es fügt sich ins Bild, denn gegen keinen anderen Trainer hat Guardiola so oft verloren wie gegen Klopp. "Kloppo" feierte in Deutschland und England insgesamt sieben Siege in 13 Spielen gegen Pep. Der Deutsche sei ein "Taktik-Meister", ein "echter Fuchs", sagt der Katalane, der aber ein mögliches Wunder und die Wende im scheinbar bereits entschiedenen Duell nicht ausschließen will.

"Im Fußball kann alles passieren. Es sind noch 90 Minuten zu spielen. Wir müssen aufstehen, zurückkommen - und gewinnen", sagte Guardiola vor dem Rückspiel. Allerdiings: Ein Sieg alleine reicht nicht: Nach dem deftigen 0:3 im Hinspiel braucht City mindestens drei Tore, um zumindest die Verlängerung zu erreichen. Wie das geht, wissen die Blues immerhin. Im September schickte City die Klopp-Elf in der Premier League mit 5:0 nach Hause.

Guardiola: "Vielleicht liegt es an mir"

Gelingt das Wunder jedoch nicht, endet für Guardiola die Jagd nach der größten Trophäe des europäischen Vereinsfußballs wieder einmal vorzeitig. 2009 und 2011 hatte er mit dem FC Barcelona den Henkelpott geholt, seither wartet er vergeblich auf eine weitere Krönung: Mit Bayern München scheiterte er dreimal in Folge im Halbfinale, vergangene Saison kam mit City das Aus schon im Achtelfinale gegen Monaco. Dabei ist auffallend: Guardiolas Mannschaften fallen gerne in sich zusammen. In Liverpool kassierte City seine drei Gegentore in nur 19 Minuten, ähnlich war es ihm mit den Bayern in den Halbfinals 2014 (0:4 gegen Real Madrid) und 2015 (0:3 beim FC Barcelona) ergangen. "Ich habe viele Champions-League-Spiele in nur zehn oder 15 Minuten verloren. Ich denke darüber sehr oft nach. Vielleicht liegt es an mir", sagt Guardiola.

Champions League Liverpool gegen Manchester City, Torjubel Mohamed Salah (Reuters/A. Yates)

Gegen die schnellen Angreifer des FC Liverpool war im Hinspiel für Manchester City kein Kraut gewachsen

Auch im Liga-Derby am Samstag gegen Manchester United (2:3) schenkte City eine 2:0-Führung innerhalb von nur 16 Minuten her. Ein herber Rückschlag, auch wenn die Meisterschaft dem Spitzenreiter kaum noch zu nehmen ist. Jedoch: Sollte Guardiola gegen Liverpool ausscheiden und sein zweites Jahr in England "nur" mit dem Titel in der Premier League beenden - es wäre eine enttäuschende Saison.

Für Klopp und die "Reds" winkt dagegen ein lange nicht mehr dagewesener Erfolg: Erstmals seit zehn Jahren kann Liverpool wieder ins Halbfinale einziehen, damals hatte "Pool" ebenfalls in einem rein englischen Duell den FC Arsenal ausgeschaltet. Die Statistik hat Klopp jedenfalls auf seiner Seite: In der Königsklasse gab es bislang 126-mal einen 3:0-Heimsieg im Hinspiel. In 119 Fällen reichte das zum Weiterkommen.

Römische Durchhalteparolen

FC Barcelona - AS Rom, Dribbling Lionel Messi gegen zwei Gegenspieler (picture-alliance/dpa/M. Fernandez)

Gegen Messi und Co. war die Roma ohne Chance

Ähnlich klar wie im Duell zwischen Liverpool und City sind die Verhältnisse bei der Viertelfinal-Paarung FC Barcelona gegen AS Rom. Die Katalanen konnten sich vergangene Woche vor heimischem Publikum klar mit 4:1 durchsetzen. Kaum jemand glaubt, dass Barça diesen komfortablen Vorsprung im Olympiastadion von Rom noch verspielt. "Wir müssen daran glauben und auf das Wunder hoffen. Wenn wir das nicht tun, kommen wir nirgendwo hin", sagte Coach Eusebio Di Francesco dennoch und gab folgende Marschroute aus: "Wir müssen Risiko gehen, mit Hingabe spielen. Es wird schwierig, aber wir müssen unsere Pflicht tun und es versuchen."

Doch das ist gegen die Stars um Lionel Messi und Torwart Marc-Andre ter Stegen wohl leichter gesagt als getan. Der Argentinier traf beim 3:1 gegen CD Leganes, dem 38. Ligaspiel hintereinander ohne Niederlage (Rekord), gleich drei Mal. Die Roma dagegen vergeigte ihre Generalprobe beim 0:2 gegen AC Florenz.

Was dennoch leise Hoffnung macht: Barça Mittelfeldlenker Sergio Busquets ist noch immer nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, Philippe Coutinho nicht spielberechtigt und Lucas Digne verletzt. Rom kann dagegen wieder auf den belgischen Nationalspieler Radja Nainggolan zurückgreifen.

asz/ck (sid, dpa)

Die Redaktion empfiehlt