Wer macht die Bayern-Tore gegen Real? | Fußball | DW | 30.04.2018
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Champions League

Wer macht die Bayern-Tore gegen Real?

Robert Lewandowski? Thomas Müller? Oder doch Sandro Wagner? Wer wird im Halbfinal-Rückspiel der Champions League bei Real Madrid zum Bayern-Helden? Was überwiegt bei Real - der gute Sturm oder die wackelige Defensive?

Macht es Robert Lewandowski am Dienstagabend in Madrid (Anstoß 20:45 Uhr MESZ, ab 20:30 Uhr im DW-Liveticker) einfach noch einmal? 2013, damals noch im Trikot von Borussia Dortmund, schoss der polnische Torjäger Real Madrid mit einem Viererpack im Halbfinal-Hinspiel fast im Alleingang aus dem Wettbewerb. Seit Lewandowski im Sommer 2014 zu den Bayern wechselte, trat er dreimal gegen Real Madrid an, traf dabei aber nur noch einmal - beim Viertelfinal-Aus vor einem Jahr, und auch das "nur" vom Elfmeterpunkt. 

Haben die Kritiker Lewandowskis recht, wenn sie behaupten, der Pole sei in wirklich wichtigen und großen Spielen fast unsichtbar? "Ich sehe Lewandowski in diesen Spielen einfach zu wenig", sagte beispielweise der frühere Bayern-Torhüter und jetzige TV-Experte Oliver Kahn im ZDF. "Wo war Lewandowski, als es gegen Real Madrid wirklich drauf ankam?", fragte Kahns ehemaliger Mitspieler Dietmar Hamann  bei Sky und gab sich die Antwort gleich selbst: "Nicht da!" Fakt ist: In seinen zwölf Spielen für den FCB ab dem Viertelfinale der Champions League hat Lewandowski für die Bayern immerhin fünfmal getroffen. Aber im Hinspiel in der vergangenen Woche lief das Spiel weitestgehend an Lewandowski vorbei. Platzt der Knoten jetzt im Bernabeu?

Schafft Müller seinen Premieren-Treffer?

Auf ein Platzen seines persönlichen Real-Madrid-Knotens hofft auch Thomas Müller. Der mit 42 Treffern erfolgreichste deutsche Champions-League-Torschütze hat zwar schon siebenmal gegen die Königlichen auf dem Platz gestanden, aber noch nie getroffen. "Boah, das gibt's doch nicht", bemerkte  Müller dazu und meinte: "Dann wird's Zeit." Der Zeitpunkt wäre ideal. Genau wie Lewandowski hatte Müller bei der 1:2-Heimniederlage gegen Real am vergangenen Mittwoch nicht seinen besten Abend. Daran hatte der 28-Jährige zu knabbern, dann aber habe er "den Schalter umgelegt" auf Kampfgeist. "Jetzt schauen wir wieder nach vorne", sagte der Bayern-Kapitän. "Es ist wichtig, dass wir den positiven Gedanken in der Mannschaft weiter haben." Müller will unbedingt ins Finale nach Kiew - es wäre nach 2012 und 2013 sein drittes. Am 26. Mai könnte er dann sein 100. Spiel in der Königsklasse bestreiten.

Thomas Müller fasst sich an den Kopf und rauft sich die Haare (picture-alliance/dpa/M. Balk)

"Das gibt es doch nicht!" - Thomas Müller hat in seiner bisherigen Karriere noch nie gegen Real Madrid getroffen

Von solch beeindruckenden Zahlen ist der dritte potentielle Torjäger in Reihen der Münchener noch ein gutes Stück entfernt. In fünf Partien hat Sandro Wagner für Werder Bremen und den FC Bayern insgesamt erst 148 Spielminuten auf dem Platz gestanden. Der wuchtige Angreifer mit dem ausgeprägten Selbstbewusstsein sprang vor dem Rückspiel seinem kritisierten Sturmpartner Lewandowski zur Seite und sagte, es sei ungerecht, "dass jetzt alle auf ihm rumhacken". In Madrid, da ist sich Wagner sicher, geht was. Reals Abwehr sei im Hinspiel "bei jeder Flanke oder jedem langen Ball am Schwimmen" gewesen, stellte Bayern-Verteidiger Niklas Süle fest. Eigentlich also beste Voraussetzungen für einen kopfballstarken Stürmer wie Lewandowski - oder Wagner?

Keine Flanken werden beim Rückspiel von Arjen Robben kommen. Der Niederländer muss wegen seiner Addduktorenverletzung aus dem Hinspiel pausieren. Verzichten müssen die Bayern außerdem auf Innenverteidiger Jerome Boateng, den ebenfalls eine Adduktorenverletzung außer Gefecht setzt. Außerdem fehlen Kapitän Manuel Neuer sowie Kingsley Coman und Arturo Vidal. Dagegen sind die zuletzt angeschlagenen David Alaba und Javi Martinez wieder an Bord. Darüber hinaus gehören mit Niklas Dorsch, Meritan Shabani und Lars Lukas Mai drei Nachwuchsspieler zum Aufgebot, die am Samstag in der Startformation beim 4:1 gegen Eintracht Frankfurt gestanden hatten.

Reals Defensive zu Hause nicht sattelfest

Während der FCB mit der B-Elf gegen die Eintracht keine Probleme hatte, tat sich Real bei seiner Generalprobe mit dem zweiten Anzug beim 2:1-Erfolg gegen CD Leganes etwas schwer.

Gareth Bale im Trikot von Real Madrid (picture-alliance/AA/B. Akbulut)

Harte Arbeit: Gareth Bale traf zum 1:0 gegen Leganes

Cristiano Ronaldo und Kapitän Sergio Ramos wurden genau wie Stammtorhüter Keylor Navas komplett geschont, Toni Kroos und Marco Asensio, der Siegtorschütze vom Hinspiel, wurden erst nach einer guten Stunde eingewechselt. Zwar funktioniert bei den Königlichen die Abteilung Attacke in dieser Saison mit bisher 28 Treffern in elf Champions-League-Spielen einwandfrei, allerdings gab es in der Königsklasse - abgesehen vom 3:0 gegen APOEL Nikosia am ersten Spieltag der Gruppenphase - noch kein Heimspiel ohne Gegentor.

Das ist die Chance, die die Bayern ergreifen müssen. Geraten sie in Madrid in Rückstand, wird es sehr schwer. Gehen sie aber in Führung, ist alles möglich. "Egal, wer auf dem Platz steht: Wir müssen mit kühlem Kopf und heißem Herz da antreten", forderte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit viel Pathos. Und auch Real-Trainer griff nach Superlativen: "Wir müssen in allen Aspekten so gut sein, wie wir es in dieser Saison noch nicht waren", sagte er vor "unserem Spiel des Jahres" und ergänzte: "Bayern hat keinen Real-Komplex. Ich fordere alle Spieler auf, ein Riesenspiel zu machen."

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