Wenn es dunkel wird in Pyeongchang | Sport | DW | 14.02.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Olympische Winterspiele

Wenn es dunkel wird in Pyeongchang

Schon jetzt steht fest: Die Winterspiele von Pyeongchang werden nicht als die stimmungsvollsten in die olympische Geschichte eingehen. Für viele Freiluftwettbewerbe gilt: zu spät, zu kalt, also kaum Zuschauer.

Halbleere Tribünen ist Biathlon-Star Laura Dahlmeier nicht gewohnt, findet die daraus resultierende Stimmung aber gar nicht schlecht: "Mir ist es lieber so, als wenn 50.000 Menschen schreien und Vollgas geben. Aber natürlich dürfte es schon etwas mehr sein", sagte die 24-Jährige, die bereits zweimal bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang triumphierte. Bundestrainer Gerald Hönig musste sich zurückhalten: "Ich will nicht das Wort Trauerspiel in den Mund nehmen." Auch Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster wurde deutlich. Die Stimmung an der Olympiaschanze sei ja "wie beim Deutschlandpokal".

Vor allem wenn es dunkel wird, leeren sich die Olympia-Anlagen. Auch beim Gold-Coup des Nordischen Kombinierers Eric Frenzel war das nicht anders: Teile der Tribüne im Zielbereich waren komplett verwaist. Die späte Stunde scheint offenbar die südkoreanischen Fans genauso abzuschrecken wie die teilweise arktischen Temperaturen im Freien zu nächtlicher Stunde.

Rücksicht auf TV-Sender                                                            

Auch wenn das IOC nicht müde wird, dies zu bestreiten, ist die späte Ansetzung vieler Wettbewerbe allem Anschein nach den übertragenden Fernsehanstalten aus Europa geschuldet. "In den Zeitplan sind die Interessen der europäischen Fernsehmärkte eingeflossen", sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. Andreas Bauer, der Trainer der Skispringerinnen, erklärt das Dilemma: "Auf der einen Seite möchte man im Fernsehen präsent sein und Einschaltquoten generieren. Das tut der Sportart gut, das tut den Athleten gut. Auf der anderen Seite will man stimmungsvolle Bilder sehen und da gehört auch eine gewisse Kulisse dazu. Es ist schwierig, ein Maß zu finden."

87 Prozent der Karten sind verkauft

Nach Ansicht von Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sollte mehr Rücksicht auf die Sportler genommen werden. "In einigen Wettbewerben wie Skispringen liegt das, was den Athleten zugemutet wird, im Grenzbereich dessen, was man noch vertreten kann." Das IOC kann oder will die ganze Aufregung nicht verstehen. "Die Athleten sind am wichtigsten", beteuert IOC-Sportdirektor Kit McDonnell. Und das Organisationskomitee der Spiele verkündet, dass doch bereits 87 Prozent aller Olympia-Tickets verkauft seien.

Volle Ränge an der Halfpipe

Dass auch die Südkoreaner zu Olympiabegeisterung fähig sind, bewiesen sie beim Snowboard-Wettbewerb in der Halfpipe. Vor der Anlage bildeten sich lange Schlangen. Hinterher waren fast alle Plätze auf der Tribüne besetzt, als Superstar Shaun White sein drittes Olympisches Gold gewann. Allerdings wurde der Wettbewerb auch zur Mittagszeit ausgetragen, bei angenehmen Temperaturen von knapp über null Grad Celsius.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links