Weltbank sieht Weltwirtschaft ″an Wegscheide″ | Wirtschaft | DW | 05.06.2019
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Handelskonflikte

Weltbank sieht Weltwirtschaft "an Wegscheide"

Donald Trump gibt sich weiter als Handelskrieger - und richtet nach Ansicht der Weltbank erheblichen Schaden an. Die Wirtschaft wachse langsamer. Das Handelsvolumen, das für Wachstum notwendig ist, ebenfalls.

China Containerdock im Tiefwasserhafen Yangshan (picture-alliance/dpa/AP/Xinhua/Ding Ting)

Welthandel könnte sich deutlich abschwächen: Containerhafen Yangshan, China

Unter dem Eindruck der schwelenden Handelskonflikte zwischen den USA und verschiedenen Wirtschaftsregionen macht sich die Weltbank Sorgen um den Zustand der Weltwirtschaft. Die Bank gehe von einer deutlichen Verlangsamung des Wachstums aus, sagte der neue Präsident David Malpass am Dienstag in Washington. Die Institution nahm ihre Prognose für das weltweite Wachstum im laufenden Jahr zurück auf nun 2,6 Prozent, wie Malpass am Dienstag bekanntgab. Im nächsten Jahr könnte das Wachstum wieder auf 2,7 Prozent steigen.

David Malpass (picture-alliance/dpa/AP/E. Vucci)

Weltbank-Chef David Malpass: Handelskonflikte schaden der Weltwirtschaft

"Ein größeres Wirtschaftswachstum ist essenziell, um Armut zu reduzieren und Lebensumstände zu verbessern", sagte Malpass. Allerdings gebe es erhebliche Risiken, darunter die internationalen Handelskonflikte. "Nächstes Jahr gibt es eine fast 20-prozentige Chance, dass das weltweite Wachstum um einen ganzen Prozentpunkt niedriger endet als wir vorausgesagt haben", sagte der Direktor der Weltbank-Prospects-Group, Ayhan Kose. Dies sei dann der Fall, wenn ein Großteil des weltweiten Handels mit hohen Zöllen belegt würde. "Die Weltwirtschaft ist an einer Wegscheide", betonte er.

Keine Panik, "aber ängstlicher"

Das Wirtschaftsleistung in China und den USA mache ein Drittel der Weltwirtschaft aus. Langanhaltende Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt hätten erhebliche Auswirkungen. Der Welthandel sei 2018 um 4,1 Prozent gewachsen, für 2019 sehe die Weltbank nur noch ein Wachstum um 2,6 Prozent voraus, einen Prozentpunkt weniger als noch im Januar vermutet. Das wäre der schwächste Anstieg seit der Finanzkrise. Das Handelsvolumen gilt bei Volkswirten als entscheidender Faktor für das Wirtschaftswachstum.

"Es ist eine gute Zeit für Politiker zu handeln und zwar mit Dringlichkeit", sagte Kose. "Wir verfallen nicht in Panik, aber wir werden ängstlicher." Neben den Handelsstreitigkeiten ist das hohe Schuldenniveau ein anhaltendes Problem. Hohe Schulden verhinderten neben anderen Faktoren, dass viele Länder wirtschaftlich zu Höchstform auflaufen könnten, sagte Malpass.

Der Weltbank gehören 189 Staaten als Mitglieder an. Ihre selbstgesetzten Ziele sind es vor allem, die extreme Armut in vielen Ländern der Welt zu bekämpfen und Wohlstand zu fördern, indem die Verhältnisse der jeweils 40 Prozent Ärmsten eines jeden Landes verbessert werden sollen.

hb/nm (dpa)

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