Weitere Evakuierungen nach Vulkanausbruch in Guatemala | Aktuell Amerika | DW | 06.06.2018
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Lateinamerika

Weitere Evakuierungen nach Vulkanausbruch in Guatemala

Nach dem ersten gewaltigen Vulkanausbruch in Guatemala mit mehr als 70 Toten werden noch immer fast 200 Menschen vermisst. Und der Berg spuckt wieder Lava und Asche. Die Trinkwasserversorgung droht zusammenzubrechen.

Guatemala Vulkanausbruch (picture-alliance/dpa/A. Balan)

Helfer verteilen Trinkwasser

Nach der heftigen Vulkaneruption mit zahlreichen Todesopfern in Guatemala ist der Volcán de Fuego (Feuervulkan) wieder aktiv geworden: Er stieß erneut geschmolzenes Gestein und heiße Gase aus. Am Südhang des Berges wälzte sich wieder Lava hinab, wie der Katastrophenschutz des mittelamerikanischen Landes mitteilte. Zudem wurde ein neuer dichter Rauch- und Aschevorhang erwartet, wie das Institut für Vulkanologie auf Twitter erklärte. Der Lavastrom könne heiße Gase absondern, weshalb das Gebiet unbedingt gemieden werden sollte.

Guatemala Vulkanausbruch (Reuters/L. Echeverria)

Suche nach Überlebenden in den Trümmern

Sechs Ortschaften im Gefahrengebiet wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes evakuiert. Ärzte, Helfer und Journalisten seien aus der Region um den Feuervulkan in Sicherheit gebracht worden , teilte die Feuerwehr von Guatemala-Stadt auf Twitter mit. Bislang ist nichts dazu bekannt, ob bei dem neuen Ausbruch Menschen zu Schaden gekommen sind.

Trinkwassernot droht

Laut Helfern sind seit der ersten heftigen Eruption vom Sonntag Tausende Menschen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Ascheregen und Geröll hätten die Infrastruktur zerstört, teilte die internationale Nothilfeorganisation "Aktion gegen den Hunger" mit. Quellen seien versiegt, Brunnen voller Asche. Die Betroffenen brauchten nun dringend eine Notversorgung mit sauberem Wasser. Als zweiter Schritt müsse umgehend der Wiederaufbau angegangen werden, so Sylvie Ahrens-Urbanek von der Hilfsorganisation. Brunnen müssten gesäubert und Leitungen repariert werden.

Guatemala Vulkanausbruch (Reuters/L. Echeverria)

Flucht vor neuer Lava und neuem Ascheregen

Nach dem Ausbruch des 3763 Meter hohen Feuervulkans südwestlich von Guatemala-Stadt vor drei Tagen ergoss sich glühend heiße Lava über eine Strecke von acht Kilometern und zerstörte zwei Ortschaften nahezu vollständig. Rauchsäulen waren bis zu zehn Kilometer in die Atmosphäre aufgestiegen. Es war der schwerste Ausbruch des Feuervulkans seit 40 Jahren. Mindestens 72 Menschen, darunter viele Kinder, kamen bei dem Unglück ums Leben. Viele von ihnen sind verbrannt oder an giftigen Gasen erstickt. Fast 200 Menschen werden noch immer vermisst. Die Behörden gehen davon aus, dass die meisten von ihnen bei dem Vulkanausbruch ums Leben gekommen sind. Insgesamt sind mehr als 1,7 Millionen Menschen von der Naturkatastrophe betroffen. Rund 3200 Menschen wurden obdachlos.

Anwohner wurden überrascht

Seit 2002 zeigt der Volcán de Fuego wieder eine verstärkte Aktivität. Zuletzt war er im Mai ausgebrochen und hatte eine Schlammlawine ausgelöst. Dennoch wurden die Menschen in seinem Umkreis von der Schnelligkeit und Heftigkeit der aktuellen Eruptionen überrascht.

Guetemala Vulkanausbruch Fuego (picture-alliance/Zuma Press/National Police Of Guatemala)

Eine dicke graue Ascheschicht überzieht alles im Umfeld des Vulkans

Der Ausbruch war nach Einschätzung des Vulkanologen David Rothery von der britischen Open University deshalb so verheerend, weil es sich offenbar um einen pyroklastischen Strom handelte. Dabei strömen glühend heiße Gaswolken und Gesteinsbrocken mit hoher Geschwindigkeit die Flanken eines Vulkans herab. Pyroklastische Ströme bewegen sich sehr viel schneller vorwärts als Lavaströme, so dass Anwohnern keine Zeit bleibt, sich zu retten.

qu/uh (dpa, epd, ape, rtr, afp)

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