Zahl der Toten nach Vulkanausbruch in Guatemala steigt weiter | Aktuell Amerika | DW | 05.06.2018
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Katastrophe in Guatemala

Zahl der Toten nach Vulkanausbruch in Guatemala steigt weiter

Es war der schwerste Vulkanausbruch seit 40 Jahren. Erst allmählich wird das Ausmaß der Verwüstung durch die ausgespuckten Gesteinsbrocken und die glühende Asche deutlich. Rettungskräfte bergen immer mehr Tote.

Nach einem schweren Vulkanausbruch in Guatemala sind mindestens 65 Menschen gestorben. Der Katastrophenschutz des lateinamerikanischen Landes bestätigte die Zahl der Todesopfer, wie die guatemaltekische Nachrichtenagentur berichtete. Zudem hätten 300 Menschen Verletzungen erlitten, viele davon Verbrennungen. Es sei bereits mit der Identifizierung der Toten begonnen worden, sagte der Direktor des Forensischen Instituts, Fanuel García. Das Forensische Institut schickte zudem zwei mobile Einheiten in das betroffene Gebiet um den Vulkan, um dort Tote aufzunehmen. Bislang konnten nur wenige der Toten identifiziert werden. Die Einsatzkräfte des lateinamerikanischen Landes arbeiteten ohne Pause, um den Betroffenen zu helfen, teilte die Regierung auf Twitter mit. Es wird mit weiteren Opfern gerechnet. Viele Menschen werden noch vermisst.

Guatemala Vulkanausbruch Fuego | Opfer (picture-alliance/AP Photo/O. de Ros)

Die Einsatzkräfte versuchen, Überlebende zu finden

Internationale Hilfe für die Opfer

Bei der Generalversammlung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Washington sprachen mehrere Teilnehmerländer Guatemala ihr Mitgefühl aus. Sie wolle ihre Solidarität für die guatemaltekische Regierung erklären, sagte die Vizepräsidentin Costa Ricas, Epsy Campbell, zu Beginn ihrer Rede. Dem schlossen sich auch die OAS-Vertreter aus Bolivien, Argentinien, Kanada, Kolumbien und den USA an. Die Länder boten ihre Hilfe bei der Bergung möglicher weiterer Opfer an. 

Der Feuervulkan südwestlich von Guatemala-Stadt war am Sonntag ausgebrochen und hatte mindestens ein Dorf weitgehend zerstört. Die vom Vulkan ausgespuckten Gesteinsbrocken, Geröll, Schlamm und glühende Asche begruben zahlreiche Häuser unter sich. Über 3200 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Präsident Jimmy Morales erklärte den Notstand, um schneller Hilfe in das Unglücksgebiet bringen zu können. Er rief eine dreitägige Staatstrauer und für die drei am stärksten betroffenen Regierungsbezirke Escuintla, Chimaltenango und Sacatepéquez Alarmstufe rot aus. Für den Rest des Landes galt Alarmstufe orange. Morales rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. "Hunderte Polizisten, Mitglieder des Roten Kreuzes und Soldaten sind im Einsatz", sagte der Präsident.

Guetemala Vulkanausbruch Fuego (Getty Images/AFP/J. Ordonez)

Viele Tote konnten noch nicht identifiziert werden

Auswärtiges Amt aktualisiert Reisehinweise

Insgesamt dauerte der Vulkanausbruch mehr als 16 Stunden. Der Vulkan war am Montag weiter aktiv, allerdings mit verminderter Intensität, wie das Vulkanologische Institut berichtete. Er gehe davon aus, dass die Energie des Vulkans weiter sinken werde, sagte der Direktor des guatemaltekischen Instituts für Vulkanologie, Eddy Sánchez, bei einer Pressekonferenz. Der Volcán de Fuego ist einer von drei aktiven Vulkanen in dem mittelamerikanischen Land. Seit 2002 zeigt der etwa 3700 Meter hohe Berg wieder eine verstärkte Aktivität. Erst im Mai war der Vulkan ausgebrochen und hatte eine Schlammlawine ausgelöst.

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte in einer aktualisierten Fassung seiner Reise- und Sicherheitshinweise für Guatemala, Reisende müssten mit "weiteren lokalen Verkehrseinschränkungen und erhöhter Luftverschmutzung" rechnen. Sie sollten sich daher vorab über die aktuelle Lage informieren.

as/stu (dpa, afpe, rtre, ape)

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