Weinstein will sich mit Millionen-Zahlung freikaufen | Aktuell Amerika | DW | 12.12.2019
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Sexueller Missbrauch

Weinstein will sich mit Millionen-Zahlung freikaufen

Der wegen Vergewaltigung angeklagte Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein und seine Filmfirma haben Medienberichten zufolge einen Vergleich mit seinen mutmaßlichen Opfern über 25 Millionen Dollar geschlossen.

USA New York | Harvey Weinstein verlässt das Gericht nach einer Anhöhrung (picture-alliance/AP Photo/M. Lennihan)

Nach einem Autounfall geht Harvey Weinstein an Krücken

Wie mehrere Medien berichten, soll die Summe unter mehr als 30 Schauspielerinnen und früheren Angestellten Weinsteins aufgeteilt werden, die juristisch gegen den ehemaligen Filmproduzenten vorgegangen sind. Die von diesen Frauen erhobenen Anschuldigungen reichen von sexueller Belästigung bis Vergewaltigung. Unter den Klägerinnen befinden sich unter anderem die Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow, Angelina Jolie und Salma Hayek.

Angelina Jolie (picture-alliance/Newscom/AdMedia Photo/B. Purvis)

Klagt mit anderern Frauen gegen Weinstein: Schauspielerin Angelina Jolie

Die Vereinbarung muss allerdings noch von allen beteiligten Parteien unterzeichnet und von einem Gericht genehmigt werden, sagte der Anwalt Aaron Filler, der die Schauspielerin Paz de la Huerta vertritt. Filler äußerte die Erwartung, dass seine Mandantin der Vereinbarung beitritt. De la Huerta wirft Weinstein vor, sie im Jahr 2010 vergewaltigt zu haben.

Laut dem auf Promi-News spezialisierten US-Webportal "TMZ" muss Weinstein im Rahmen der Vereinbarung keinerlei Schuld eingestehen. Der 67-Jährige beteuert bis heute, alle seine sexuellen Kontakte hätten im gegenseitigen Einvernehmen stattgefunden. Auch muss Weinstein die Entschädigungen laut "TMZ" nicht aus eigener Tasche bezahlen. Vielmehr sollten die Versicherer seines bankrotten früheren Filmstudios die Zahlungen übernehmen, berichtete das Portal.

"Kaputtes System"

Die Vereinbarung stieß bei einem Teil der Frauen, die sich als Weinstein-Opfer bezeichnen, und deren Anwälten auf vehemente Kritik. "Wir weisen die Vorstellung zurück, dass dies die beste Einigung war, die im Namen der Opfer erzielt werden konnte", erklärte der Anwalt Douglas Wigdor, der zwei mutmaßliche Weinstein-Opfer vertritt.

Auch die "Time's Up"-Kampagne gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt, die aufgrund der Vorwürfe gegen Weinstein entstanden war, kritisierte die Vereinbarung als zu begrenzt. Wenn dies die bestmögliche Lösung für die Opfer sei, dann sei das System kaputt.

Trotz der Zahlung geht die juristische Aufarbeitung des Falles jedoch weiter. Im Januar soll der Strafprozess in New York beginnen. In diesem Verfahren geht es um Fälle, die von der Vereinbarung nicht erfasst sind.

Mit Fußfessel auf freiem Fuß

Weinstein ist derzeit auf freiem Fuß, doch wurde die Kaution von einer Millionen Dollar auf fünf Millionen Dollar erhöht. Die Staatsanwaltschaft begründete dies mit Fluchtgefahr: Der einstige Hollywood-Mogul könne versuchen, vor Prozessbeginn aus dem Land zu fliehen. Nach Angaben der Staatsanwälte war in den vergangenen Monaten wiederholt kein Signal von der elektronischen Fessel Weinsteins empfangen worden. Weinstein droht lebenslange Haft.

cgn/mak (afp, dpa, tagesschau.de)

 

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