Weinstein-Prozess wird erneut verschoben | Aktuell Amerika | DW | 27.04.2019
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#MeToo

Weinstein-Prozess wird erneut verschoben

Erst Mai, dann Juni und nun September: Der Vergewaltigungs-Prozess gegen den Ex-Filmmogul beginnt drei Monate später. Damit folgt der Richter nicht nur einem Wunsch der Verteidigung - auch die Anklage braucht mehr Zeit.

USA | Prozess gegen Harvey Weinstein auf September verschoben (Reuters/C. Allegri)

Harvey Weinstein auf dem Weg zur richterlichen Anhörung in New York

Es geht um sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung - und der Fall hat die #MeToo-Bewegung ausgelöst: Der einstige Filmmogul Harvey Weinstein wird von mehr als 80 Frauen beschuldigt, sie missbraucht zu haben. Unter ihnen sind Filmstars wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Ashley Judd. Angeklagt ist der 67-Jährige aber nur wegen zwei mutmaßlicher Vergehen aus den Jahren 2006 und 2013. Viele der übrigen Taten sind verjährt.

Der Prozess vor einem New Yorker Gericht soll nun am 9. September beginnen. Richter James Burke sagte, Verteidigung und Anklage hätten mehr Vorbereitungszeit erbeten. Zunächst war der Prozessauftakt für Mai geplant gewesen, dann auf Juni verschoben worden. Weinstein hatte sich im Januar von seinem Anwalt Benjamin Brafman getrennt, was zur ersten Verzögerung führte. Der Prozess dürfte samt Geschworenenauswahl etwa sechs Wochen dauern.

Hinter verschlossenen Türen

Bei der Anhörung waren Medienvertreter und Öffentlichkeit zeitweise ausgeschlossen. Das Gericht folgte damit einem Wunsch von Anklage und Verteidigung, weil so Weinsteins Rechte auf einen fairen Prozess und das Recht der Zeuginnen auf Privatsphäre gewahrt würden. Die Staatsanwaltschaft will erreichen, dass im Laufe des Prozesses neben den zwei Klägerinnen weitere Frauen zu den Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gehört werden.

Der Fall Weinstein hatte eine weltweite Kampagne gegen sexuelle Belästigung ausgelöst. Unter dem Hashtag #MeToo machten zahlreiche Missbrauchsopfer ihre Erfahrungen öffentlich. Unter den Beschuldigten sind viele Prominente. Der einstige Filmmogul behauptet, jegliche sexuelle Handlungen hätten einvernehmlich stattgefunden.

rb/jj (afp, ap, dpa)

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