Weinstein Company steht vor Übernahme | Filme | DW | 02.03.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Filme

Weinstein Company steht vor Übernahme

Nach der #MeToo-Debatte taumelte sie, jetzt wird sie mit neuer Frauenpower wieder aufgebaut: Die vor der Insolvenz stehende Firma des ehemaligen Produzenten Harvey Weinstein soll nun doch an einen Investor gehen.

Eine Investorengruppe, geleitet von einer früheren Mitarbeiterin der Obama-Regierung, Maria Contreras-Sweet, will die angeschlagene Produktionsfirma übernehmen. Das neue Unternehmen werde seine Lehren aus der #MeToo-Debatte ziehen, erklärte Contreras-Sweet. Sie versprach weitreichende Reformen, um das Studio wiederzubeleben. Zu Beginn plant sie, einen mehrheitlich weiblichen Vorstand einzurichten und einen Entschädigungsfonds für Opfer zu eröffnen. "Dieser Schritt stellt den bestmöglichen Weg dar, Opfer zu unterstützen und die Mitarbeiter zu schützen", sagte Contreras-Sweet gegenüber der Agentur Reuters. Weder Harvey Weinstein noch sein Bruder und Mitbegründer des Studios, Bob, werden laut der Times Geld aus dem Verkauf erhalten.

Deal drohte schon zu kippen

Der Deal, der nach langwierigen Verhandlungen ausgehandelt wurde, soll vom Supermarkt-Milliardär Ron Burkle unterstützt worden sein.

Uma Thurman und Harvey Weinstein (Getty Images/AFP/A.-C. Poujoulat)

Uma Thurman wirft Weinstein sexuelle Belästigung vor

Der Filmfirma von Hollywood-Mogul Weinstein - bekannt für die Produktion von Filmen wie "Silver Linings" oder "Django Unchained" - drohte in Folge der Missbrauchsvorwürfe von mehr als 70 Frauen, darunter viele Stars, die Pleite. Weinstein weist die Klagen zurück und bestreitet, die Frauen sexuell belästigt oder vergewaltigt zu haben.

Im vergangenen Monat machte die Investorengruppe unter der Leitung von Contreras-Sweet und Burkle schon einmal ein Angebot, das jedoch von der Klage wegen angeblicher sexueller Belästigung des New Yorker Generalstaatsanwalts überschattet wurde. Eric Schneiderman wirft der Weinstein-Company jahrelange Versäumnisse beim Schutz von Mitarbeiterinnen vor sexueller Belästigung vor. Mit der Klage wolle er sicherstellen, dass die Opfer entschädigt und Angestellte geschützt würden. Er forderte außerdem, dass dem neuen Vorstand keine Manager mehr angehören dürfen, die für die alte Unternehmenskultur mitverantwortlich waren. 

Harvey Weinstein als leicht bekleidete Skulptur in Los Angeles

In Hollywood, wo in der Nacht von Sonntag (04.03.) auf Montag die Oscars verliehen werden, nimmt eine Skulptur (Artikelbild) an prominenter Stelle auf den Sex-Skandal Bezug. Sie zeigt Harvey Weinstein im Morgenmantel. Er sitzt auf einer Couch, die der Künstler Plastic Jesus gemeinsam mit dem Straßenkünstler Joshua "Ginger" Monroe "Casting Couch" nennt. Das Werk solle ein Schlaglicht auf die Machenschaften des Filmmoguls werfen, sagte Plastic Jesus, als die Skulptur am Donnerstag am Hollywood Boulevard aufgestellt wurde.

so/ka (AFP/Time.com)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema