Warum Mesut Özil ein eSports-Team gründet | Sport | DW | 02.08.2018
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eSports

Warum Mesut Özil ein eSports-Team gründet

Nach seinem Rücktritt aus dem DFB-Team widmet sich Mesut Özil neuen Aufgaben: Gemeinsam mit einer Agentur gründet er die eSports-Mannschaft #teamozil und sucht nun weltweit nach Talenten. Ein kluger Schachzug.

Mesut Özil (picture-alliance/dpa/Y.Teck Lim)

Zurückgetreten und nun mit dem Blick nach vorne: Mesut Özil

Alte PR-Weisheit: Wenn die Öffentlichkeit eher gegen Dich ist, setze ein neues Thema. In einer schnelllebigen Medienwelt sind neue Impulse, neue News nicht nur eine Währung, sondern auch eine Visitenkarte. Ein neues Projekt schmückt das angekratzte Image und verschafft Luft. Mit etwas Positivem und zugleich Zukunftsorientiertem in Verbindung gebracht zu werden, hat noch nie geschadet. Das weiß auch Özils Beraterteam, das sich nach dem krachenden Rücktritt von Mesut Özil aus dem DFB-Team und der damit verbundenen Kritik offenbar unter Zugzwang sieht, und handelt dementsprechend.

Das Timing passt

Per Twitter kündigte der Arsenal-Profi an, ein eigenes eSports-Team zu gründen. Mesut Özil will weltweit nach Spielern für seine Mannschaft suchen. Das Projekt trägt laut Özil den Namen #teamozil. Zusammen mit der Agentur eSportsReputation will Özil nun eine Mannschaft aufbauen und so am fortgesetzten Boom des eSports teilhaben. 

Auch das Timing passt: Nicht nur, dass die Ankündigung einige Tage nach den großen Wellen, die sein Rücktritt aus der Nationalelf schlug, kommt. Nein, der Zeitpunkt passt auch in anderer Hinsicht: Der ehemalige Fußball-Nationalspieler kündigte den Teamlaunch am Donnerstag und damit zu Beginn der FIFA-E-Weltmeisterschaft in London an. Bei dem Turnier kämpfen noch bis zum Wochenende die besten FIFA18-Profis um den Titel.

Eine win-win-Situation für Özil und den eSport

In den Gruppenphasen des Grand Finals des FIFA eWorld Cups treten die Spieler auf den Spielkonsolen von Microsoft Xbox und Sony Playstation gegeneinander an. (Getty Images/D.Leal-Olivas)

Der FIFA eWorld Cup: Im neuen Format kommt die virtuelle Fußball-WM aufgewertet daher

Die virtuelle Fußball-WM wird auch vom Weltverband FIFA gepusht und erhält im neuen Format eine weitere Aufwertung. 32 der besten Spieler aus aller Welt hatten sich für die Veranstaltung qualifiziert. Der Sieger erhält ein Preisgeld in Höhe von umgerechnet 215.000 Euro. Mit Michael Bittner aus Bochum ist ein deutscher Gamer unter den Favoriten des Events. Er will in der Arena "The O2", die rund 16.000 Zuschauern Platz bietet, zeigen, welches Talent in ihm steckt. Der 19 Jahre alte Student steht derzeit beim VfL Bochum unter Vertrag. In der auslaufenden Saison zeigte er an der Konsolen, dass er zur Weltelite gehört. Mit fünf Siegen in fünf Partien glückte ihm der WM-Auftakt und Bittner zog am Donnerstag in die Runde der besten 16 ein. Er ist Teil einer boomenden Branchen mit neuen Stars.

Mesut Özil und sein Beraterteam haben registriert, dass der eSports-Markt wächst und vor allem ein junges Publikum anzieht. Es sind vor allem sogenannte "digital natives", also junge Menschen, die im Digitalzeitalter groß geworden sind, die von den virtuellen Sport-Disziplinen angezogen werden. Diese Zielgruppe wird Özil, der mit mehr als 72 Millionen Followern (31,5 Millionen auf Facebook, 17,6 Millionen auf Instagram und 23,2 Millionen auf Twitter) zu den weltweit beliebtesten Sportlern in den sozialen Netzwerken gehört, im Sinn haben. Denn der 29 Jahre alte Özil ist auch Marken-Botschafter der FIFA-E-Weltmeisterschaft in der britischen Hauptstadt. Eine Aufwertung des Turniers durch seinen prominenten Namen und zugleich auch eine feine Imagekorrektur für Özil. Win-win also. Es dürften genau die Schlagzeilen sein, die Mesut Özil nach seinem sehr geräuschvollen Abgang aus der Nationalelf nun braucht. 

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