Wall Street: Angst vor ″schwarzem Dezember″ | Wirtschaft | DW | 25.12.2018
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US-Geldpolitik

Wall Street: Angst vor "schwarzem Dezember"

US-Präsident Trump schimpft lautstark auf die Notenbank Federal Reserve. Seiner Ansicht nach ist sie allein dafür verantwortlich, dass die US-Börsen möglicherweise vor dem schwärzesten Dezember seit 87 Jahren stehen.

An der Wall Street hatte der Dow-Jones-Index am Montag weitere knapp drei und die Nasdaq rund zwei Prozent nachgegeben. Der US-Börse droht damit weiter der schwärzeste Dezember seit 1931 in Zeiten der damaligen Weltwirtschaftskrise.

Der Dow hat seit Anfang Oktober rund 18 Prozent verloren, der breiter gefasste S&P 500 seit Mitte September rund 20 Prozent und die Nasdaq seit Ende August knapp 25 Prozent.

Hintergrund ist der teilweise Stillstand der Arbeit der US-Regierungsbehörden angesichts des Streits um die von US-Präsident Donald Trump gewollte Grenzmauer zu Mexiko. Anleger fürchten, dass dies die US-Wirtschaft schwächen könnte.

Einer hat den Schuldigen schon gefunden

Zudem hat Trump die unabhängige Notenbank Fed erneut scharf angegriffen, weil er sich sorgt, dass deren Zinsanhebungen die Konjunktur belasten. "Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed", schrieb Trump am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die Notenbank, so der Präsident der Vereinigten Staaten, sei wie ein "schlagkräftiger Golfer, der nicht punkten kann, weil er kein Gefühl hat - er kann nicht einlochen!". Der Präsident hatte sich zuvor bereits erbost darüber gezeigt, dass die Fed den Leitzins am Mittwoch zum vierten Mal in diesem Jahr leicht angehoben hatte.

Bei dem für einen US-Präsidenten unüblichen Verhalten gegenüber der unabhängigen Notenbank hat er die Federal Reserve bereits unter anderem als verrückt, lächerlich und töricht bezeichnet.

Der Fed-Chef ist im Weißen Haus unbeliebt

Angesichts der boomenden Wirtschaft und eines brummenden Arbeitsmarktes hat die US-Notenbank in diesem Jahr die Zinsen vier mal erhöht, um die Inflation in Schach zu halten - zuletzt am Mittwoch auf eine Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Damit will sie ihr Mandat erfüllen, Vollbeschäftigung und stabile Preise zu befördern. Angesichts einer absehbaren Konjunkturabkühlung peilt sie für 2019 noch zwei Anhebungen an.

Die Fed soll eigentlich unabhängig vom Weißen Haus agieren, doch Trump hat diese Barrieren in der Vergangenheit bereits mehrmals durchbrochen. Medienberichten zufolge erkundigte er sich bei Kabinettsmitgliedern, ob er Fed-Chef Jerome Powell entlassen könne, den er selbst zum Nachfolger von Janet Yellen bestimmt hatte.

Finanzminister Steven Mnuchin wies diese Berichte zurück. Jeder Versuch, Powell zu feuern, könnte als Untergrabung der Unabhängigkeit der Zentralbank angesehen werden und für Unruhe an den Finanzmärkten sorgen.

dk/hf (rtr, afp)

 

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