Wall Street macht keine Weihnachtsgeschenke | Aktuell Welt | DW | 24.12.2018
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Dow Jones auf Talfahrt

Wall Street macht keine Weihnachtsgeschenke

US-Präsident Donald Trump könnte ein richtiges Problem bekommen - der US-Aktienindex Dow Jones ist schon seit Tagen auf Talfahrt. Das dürfte auch seinen treuen Wählern nicht gefallen, deren Rente daran gekoppelt ist.

USA Jerome Powell Notenbankchef mit Trump vor dem Weißen Haus (Getty Images/D. Angerer)

Notenbankchef Jerome Powell mit US-Präsident Donald Trump vor dem Weißen Haus (Archiv)

Bislang hat sich US-Präsident Donald Trump viel erlauben können - der Handelskrieg mit China, der Umgang mit ausländischen Autobauern, das sich immer schneller drehende Personalkarssell, alles wird von seiner Wählerklientel goutiert, solange die Wirtschaftsdaten stimmen. Aber die zeigen seit ein paar Tagen nur in eine Richtung - nach unten: An Heiligabend sackte der US-amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial auf unter 22.000 Punkte ab und verlor zum Schluss des verkürzten Handelstages 2,91 Prozent auf 21.792,60 Zähler.

Verzweifelter Börsenmakler an der Wall Street - freies Format (AP)

Verzweifelter Börsenmakler an der Wall Street (Archiv)

US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte noch am Sonntag versucht, die Märkte zu beruhigen. Trump habe nicht die Absicht, Notenbankchef Jerome Powell zu entlassen, hatte Mnuchin zu entsprechenden Medienberichten gesagt. Er habe zudem mit den Chefs der sechs größten US-Banken telefoniert, die ihm erklärt hätten, dass sie über ausreichend Liquidität verfügten.

"Shutdown" begünstigt Talfahrt der Aktien

Letzteres habe am Markt entgegen den Absichten des Ministers die Unruhe noch verstärkt, sagten Händler. Der teilweise Stillstand der Regierungsgeschäfte - der sogenannte "Shutdown" - in den USA belastete ebenfalls die Stimmung. Dieser könnte sich nach Einschätzung des Weißen Hauses über Weihnachten bis ins neue Jahr hinziehen. Der Markt fürchte, dass sich dies negativ auf die ohnehin schon eingetrübten Konjunkturerwartungen auswirke, hieß es von Experten.

Noch an Heiligabend hat Trump erneut heftige Kritik an der US-Notenbank Fed geäußert. "Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed", schrieb Trump im Botschaftendienst Twitter. Die Notenbank sei wie ein "schlagkräftiger Golfer, der nicht punkten kann, weil er kein Gefühl hat - er kann nicht einlochen!". Der Präsident hatte sich zuvor bereits erbost darüber gezeigt, dass die Fed den Leitzins am Mittwoch zum vierten Mal in diesem Jahr leicht angehoben hatte.

Der US-Leitzins liegt mittlerweile im Bereich von 2,25 bis 2,5 Prozent. Für kommendes Jahr peilt die Fed nach eigenen Angaben immerhin noch zwei weitere Leitzinserhöhungen an.

Für den US-Präsidenten könnte die Talfahrt an den Börsen aber jetzt zum Problem werden, denn anders als in Europa steht und fällt die Höhe der Rente in den USA mit dem Stand der Aktien. Und da könnten seine Wähler am Ende wenig Spaß verstehen.

nob/rb (rtr, dpa)