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Deutscher Wald leidet noch immer unter Dürre-Schäden

19. Mai 2026

Ob Bäume krank sind, kann man auch an den Kronen sehen. Eine neue amtliche Studie zeigt dort anhaltende Schäden. Immerhin hat sich der Negativtrend der vergangenen Jahre nicht verstärkt.

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Symbolbild Wald | Dichter grüner Wald am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg
Wenn es dem Wald vergleichsweise gut geht, dann sieht er so aus wie hier am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg (Archiv)Bild: ncphoto/imageBROKER/picture alliance

Den deutschen Wäldern machen Folgen von Hitze, Trockenheit und Schädlingen nach wie vor zu schaffen. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) sprach bei der Vorstellung neuer Daten aber von einer Stabilisierung trotz ungünstiger Wetterbedingungen im vergangenen Jahr.

Mit Artenreichtum dem Klimawandel trotzen

"Der Zustand unseres Waldes hat sich im Vergleich zu 2024 insgesamt nicht weiter verschlechtert." Der Minister ergänzte, er wolle die Waldbesitzer beim "Umbau hin zu produktiven und artenreichen Mischwäldern, die Klimaveränderungen trotzen", unterstützen.

Sitzung des Deutschen Bundestages | Alois Rainer
Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) setzt auf artenreichen Mischwald (Archiv)Bild: Christoph Hardt/Geisler-Fotopress/picture alliance

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums ging die Zahl abgestorbener Bäume zurück. Der Wald hat sich aber bis heute nicht von den "Dürrejahren" 2018 bis 2020 erholt. Nach der neuen Waldzustandserhebung für 2025 sind sichtbare Nadel- und Blattverluste in den Baumkronen "weiterhin auf einem sehr hohen Niveau" und haben sich im Vergleich zu 2024 kaum verändert. Nur jeder fünfte Baum ist demnach wirklich gesund.

Den Eichen geht es schlecht

Bei Eichen liegt der Anteil der Bäume mit deutlich lichteren Kronen der neuen Erhebung zufolge weiterhin bei 51 Prozent. Bei Kiefern gab es einen deutlichen Anstieg auf 31 Prozent nach 24 Prozent 2024. Bei Buchen sank der Anteil von 46 Prozent auf 38 Prozent, bei Fichten von 39 Prozent auf 38 Prozent.

Die Daten stammen aus der jährlichen Waldzustandserhebung, die seit den 1980er-Jahren über ein Netz von Stichproben vorgenommen wird. Für die aktuelle Erhebung wurde ein neues Verfahren angewendet. Erstmals seit 1984 basiert der Bericht auf der Begutachtung von exakt 46.531 Bäumen in einem Raster von acht Quadratkilometern. Damit wurden etwa viermal so viele Bäume ausgewertet wie in den Vorjahren.

Noch bedeckt Wald rund ein Drittel der Fläche

Dadurch werde die statistische Aussagekraft erhöht, erklärte die leitende Autorin der Waldzustandserhebung, Forstökologin Nicole Wellbrock. Nach Angaben von Wellbrock wurden insgesamt 38 Baumarten erfasst. Rund 76 Prozent davon gehörten zu den vier Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.

Deutschland Berlin 2019 | Straßenbauarbeiter repariert Schäden mit heißem Bitumen
Es ist kein Geheimnis, dass in Deutschland immer mehr Landschaft dem Straßen- und Siedlungsbau weicht (Symbolbild)Bild: Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance

Wald bedeckt rund ein Drittel der gesamten Landesfläche Deutschlands. Fakt ist allerdings auch: In Deutschland gehen jeden Tag etwa 50 Hektar bisher unversiegelter Landschaft für Siedlungs- und Verkehrszwecke verloren.

haz/pgr (dpa, kna, afp)

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