Volland lässt Bayer 04 aufatmen | Sport | DW | 23.11.2018
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Bundesliga, 12. Spieltag

Volland lässt Bayer 04 aufatmen

In einem zähen Abnutzungskampf gewinnt Bayer 04 Leverkusen gegen den VfB Stuttgart. Kevin Volland sorgt mit einem Doppelpack für die Erlösung der Werkself gegen bedenklich schwache Schwaben.

Die wenigen Zuschauer in der Leverkusener Arena waren nicht zu beneiden. Der so langsam einsetzende Winter hatte die seine ersten unangenehmen Auswirkungen bei den 26332 Besuchern. Die Kälte kroch mit zunehmender Spieldauer immer mehr in die Kleider der Besucher - und einen Gegenpart dazu gab es nicht. Denn das2:0 (0:0) von Bayer 04  und dem VfB taugte die längste Zeit nicht gerade dazu, die fröstelnden Menschen wenigstens ein wenig zu erwärmen.

Es war nicht zu übersehen, dass beide Teams bislang den eigenen Erwartungen hinterherlaufen. Der VfB beschränkte sich darauf, möglichst wenig Risiko einzugehen und vor allem einen Gegentreffer zu verhindern. Die Leverkusener hatte die feinere Klinge gewählt, suchten vor allem über Neu-Nationalspieler Kai Havertz und Julian Brandt spielerische Lösungen. So wie es die Werkself eigentlich immer versucht.

Leverkusen fehlt die Struktur

Aber: Der 19-Jährige und der 21-Jährige sind die beiden einzigen offensiven Kreativspieler der Rheinländer. Sie bestimmen derzeit das Leverkusener Spiel. In ihrer jugendlichen Unbekümmertheit unterlaufen ihnen allerdings (zu) häufig (zu) viele (Abspiel-) Fehler. Wohl ein grundsätzliches, strukturelles Problem der Werkself, die zwar viel Talent aber wenig Abgezocktheit auf den Platz bringt.

Denn weder Sven noch Lars Bender verstehen es derzeit, ihrer Mannschaft Struktur zu geben. Der lange Zeit verletzte Charles Aranguiz versucht sich in Form zu bringen und ist dabei aber noch auf einem längeren Weg. Und so ließe sich die Liste der Bayer-Spieler noch deutlich verlängern, die weit von ihrer Topform entfernt sind. 

Der Mannschaft von Heiko Herrlich fehlte wieder einmal diese Selbstverständlichkeit in ihren Aktionen, die den entscheidenden Unterschied ausmachen. Dem Leverkusener Trainer ist es nach wie vor nicht gelungen, diese Unsicherheit in Selbstvertrauen zu verwandeln. Zwölf Spieltage ist die Saison bereits alt. Und die Werkself ist noch nicht auf Kurs, auch weil Kampf und Kreativität noch keinerlei Homogenität erzeugen.    

Volland sorgt für die Wende

Es war Kevin Volland, der für die kollektive Erlösung der Leverkusener gegen die schwachen Schwaben sorgte. Der Angreifer hatte zuvor bereits eine tausendprozentige Torchance vergeben und aus vier Metern über das leere Tor des VfB geschossen. Damit bestätigte er sicherlich ungewollt die unerklärliche Verunsicherung des gesamten Teams. Aber der 26-Jährige zeigte zumindest Einsatz, Laufbereitschaft und suchte mit vollem Körpereinsatz seine nächste Chance. Die kam nach einem Eckball, den Volland per Kopf nutzte (76.).

Spielerische Lösungen, wie seine Kollegen sie suchten, waren für ihn ein Fremdwort. Er warf sich voll rein - und drehte die Partie. Mit seinem zweiten Treffer, vor dem er sich geschickt freilief und dann aus 18 Metern verwandelte, erzielte er die Vorentscheidung (83.). Ein Erfolg, der dem Herrlich-Team zumindest ein wenig Hoffnung für die restliche Hinrunde zurückgeben könnte. 

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