Viele Tote bei Anschlag auf AU-Soldaten in Somalia | Aktuell Afrika | DW | 01.09.2015
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Aktuell Afrika

Viele Tote bei Anschlag auf AU-Soldaten in Somalia

In Somalia hat die Al-Shabaab-Miliz einen Stützpunkt der Afrikanischen Union angegriffen. Die AU erklärte, sie habe die Kontrolle über die Basis wiedergewonnen.

Soldaten der Afrikanischen Union bei Janaale (Archivbild: AFP/Getty Images)

Ugandische AU-Soldaten bei Janaale (Archivbild)

Hunderte Kämpfer der radikal-islamischen Terrormiliz Al-Shabaab überrannten einen Militärstützpunkt der AMISOM-Friedensmission der Afrikanischen Union (AU) in Janaale, gut 75 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu, und richteten dabei ein Blutbad an. Bei den meisten Opfern soll es sich um ugandische Soldaten handeln, die für die AU in Somalia im Einsatz waren.

Die Angaben über die Zahl der Opfer sind widersprüchlich und liegen weit auseinander. Die Nachrichtenagentur AP berichtet unter Berufung auf die Al-Shabaab-Miliz von rund 50 getöteten ugandischen Soldaten. Örtliche Sender melden bis zu 80 getötete Militärs. Ein ranghoher somalischer Kommandeur sagte, bei den Kämpfen um den Stützpunkt seien 20 AU-Soldaten und 25 Islamisten getötet worden.

Erstürmung nach Explosion

Laut Augenzeugen griffen die Al-Shabaab-Terroristen zunächst den Eingang der Militärbasis mit einem mit Sprengstoff beladenen Auto an. Nach der Explosion stürmten die Angreifer das Gelände. Von dem Stützpunkt, auf dem sich nach Angaben aus Militärkreisen hauptsächlich Soldaten aus Uganda befanden, stiegen Rauchwolken auf.

Militärkommandeur Ahmed Abdi sagte, die AU-Truppen hätten die Basis zurückerobert. Der kurzzeitige Rückzug der AMISOM-Friedensmission sei aus taktischen Gründen erfolgt. Die Lage sei aber weiterhin angespannt.

Die Afrikanische Union ist in Somalia im Rahmen der Friedensmission AMISOM mit rund 22.000 Soldaten im Einsatz und unterstützt Regierungstruppen gegen die islamistische Miliz, die seit Jahren um die Vorherrschaft in dem Land am Horn von Afrika kämpft. Die radikalen Fundamentalisten wollen dort einen sogenannten Gottesstaat mit strengster Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts, errichten. Die Terrorgruppe Al-Shabaab versteht sich als Teil des Terrornetzwerks Al-Kaida. Obwohl sie militärisch unter Druck steht, kontrolliert die Miliz immer noch weite Teile Somalias.

Unterstützt wird die AMISOM von der US-Armee und somalischen Sicherheitskräften, die unter anderem von der EU ausgebildet werden. Immer wieder sind auch Soldaten der AMISOM-Mission Ziel von Angriffen der Al-Shabaab. Im Juni hatte die Miliz schon einmal eine Militärbasis der AMISOM gestürmt, damals im zentralsomalischen Leego. Die Zahl der Toten bei dem bis dahin schwersten Anschlag auf ein militärisches AMISOM-Ziel wurde mit bis zu 70 angegeben.

qu/jj (APE, dpa, epd, afpe)