Venezuela geht auf Deutschland zu | Aktuell Amerika | DW | 02.07.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Diplomatie

Venezuela geht auf Deutschland zu

Nach der Ausweisung des deutschen Botschafters Daniel Kriener im März möchte Venezuela seine diplomatischen Beziehungen zu Berlin wieder normalisieren. Das Auswärtige Amt zeigt sich noch zurückhaltend.

Venezuela deutsche Botschaft in Caracas | Daniel Kriener, Botschafter (picture-alliance/NurPhoto/R.B. Sierralta)

Daniel Kriener (Archivbild)

Der vor vier Monaten aus Venezuela ausgewiesene deutsche Botschafter darf wieder in das südamerikanische Land zurückkehren. Daniel Kriener gelte nicht länger als unerwünschte Person, teilte das Außenministerium in Caracas mit. Der stellvertretende Außenminister Yván Gil und die deutsche Beauftragte für Lateinamerika und die Karibik, Marian Schuegraf, hätten sich bei einem Treffen in Berlin auf eine "Normalisierung" der Beziehungen verständigt. Die Bundesregierung habe der "Rückkehr" Krieners bereits zugestimmt.

Auch aus dem Auswärtigen Amt war zu hören, Venezuela habe die Bundesregierung darüber informiert, dass Botschafter Kriener nicht länger "persona non grata" sei. Man werde in den kommenden Tagen über die nächsten Schritte beraten, hieß es allerdings einschränkend.

Venezuela deutsche Botschaft in Caracas (picture-alliance/dpa/R. Hernandez)

Das Gebäude in Caracas, in dem (auch) die deutsche Botschaft untergebracht ist

Berlin stützt Maduro-Gegner

Die Regierung des amtierenden Staatschefs Nicolás Maduro hatte Kriener Parteinahme für die Opposition rund um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó vorgeworfen. Der deutsche Diplomat war Anfang März gemeinsam mit Vertretern anderer Staaten zum Flughafen von Caracas gekommen, um Guaidó dort in Empfang zu nehmen. Damit wollten sie verhindern, dass der Oppositionsführer nach einer Reise durch Südamerika bei seiner Rückkehr festgenommen wird. Guaidó hatte Venezuela trotz eines laufenden Ermittlungsverfahrens gegen ihn verlassen - unter Missachtung einer Ausreisesperre.

Zwischen Maduro und Guaidó herrscht seit Monaten ein erbitterter Machtkampf. Ende April war ein Putschversuch von Teilen der Streitkräfte gegen Maduro gescheitert. Der Sozialist wird unter anderem von Russland unterstützt. Etwa 50 Staaten, darunter die USA und Deutschland, erkennen hingegen Guaidó als Staatschef an.

wa/stu (afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema