USA wollen weiterhin keine neuen Europäer im Land | Aktuell Amerika | DW | 31.03.2020
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Corona-Pandemie

USA wollen weiterhin keine neuen Europäer im Land

Die USA wollen den Einreisestopp über Mitte April hinaus aufrechterhalten. Auch eine Verschärfung der Beschränkungen wegen der Coronakrise ist möglich. Die Zahl der COVID-19-Toten in den USA stieg auf mehr als 3000.

Der zunächst auf einen Monat begrenzte Einreisestopp der US-Regierung für Besucher aus Europa soll verlängert werden. Diese und ähnliche Beschränkungen würden in Kraft bleiben und möglicherweise sogar verschärft werden, sagte US-Präsident Donald Trump. Das werde helfen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen. "Es ist sehr wichtig, Grenzen zu haben."

In Trumps Äußerungen blieb zunächst unklar, bis wann der Einreisestopp, der eigentlich Mitte April nach 30 Tagen auslaufen sollte, verlängert werden sollte. Seit Mitte März können Menschen aus europäischen Staaten, die zum Schengenraum gehören und aus Großbritannien und Irland nicht mehr in die USA reisen. Ausgenommen davon sind nur US-Amerikaner, bestimmte Diplomaten und Europäer, die eine langfristige Arbeitsgenehmigung in den USA haben. Auch deren Angehörige sind ausgenommen. 

Die USA - der neue Corona Hotspot

Wie Trump weiter mitteilte, sind in den USA bislang mehr als eine Million Menschen auf das Coronavirus getestet worden. Der Präsident sprach von einem wichtigen Meilenstein im "Krieg gegen das Virus". Die Trump-Regierung war in die Kritik geraten, weil die Tests in den USA zunächst fehlerhaft waren und zudem äußerst schleppend anliefen.

Der Präsident versuchte zudem seine Landsleute auf die von ihm verlängerten Einschränkungen für das öffentliche Leben einzuschwören: Abstand halten und Menschenansammlungen meiden, sei "gemeinsame patriotische Pflicht". Die nächsten 30 Tage würden schwierig werden, räumte er ein. Trump hatte am Sonntag die US-Amerikaner auf eine mögliche Zahl von mehr als 100.000 Toten durch die Coronavirus-Pandemie eingestellt.

Der Gouverneur des besonders betroffenen Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, erklärte, es würden dort dringend Krankenschwestern und Ärzte gebraucht. Er appellierte an das medizinische Personal anderer US-Bundesstaaten, nach New York zu kommen und zu helfen. Weil die Krankenhäuser in New York überlastet sind, schickt die US-Marine ein Lazarettschiff in die Stadt. Es hat 1000 Betten.

USA New York | Coronavirus | USNS Comfort & Freiheitsstatue (Reuters/M. Segar)

Das Lazarettschiff USNS Comfort erreicht New York

In den USA ist die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 auf mehr als 3000 gestiegen. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervor, die am Montagabend Ortzeit 3008 Todesfälle verzeichnete. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 in den Vereinigten Staaten stieg demnach auf mehr als 163.000. Damit gibt es in den USA weiterhin mehr bekannte Infektionen als in jedem anderen Land der Welt, noch vor Italien, Spanien und China.

Bei der Zahl der Toten liegen die USA hinter Italien, Spanien, China und Frankreich. Die Verbreitung des Coronavirus in den USA hat sich zuletzt dramatisch beschleunigt. So hatte etwa die Zahl der bekannten Infektionen erst am Freitag die Marke von 100.000 überschritten. Bis zu dem Zeitpunkt waren rund 1500 Tote gemeldet gewesen.

USA wollen "Überangebot" an medizinischem Gerät ins Ausland liefern

Auch wenn Präsident Trump keine Europäer mehr ins Land lassen will, finanziell will er den Kampf gegen Corona in Europa unterstützen. Die USA würden dazu medizinisches Gerät nach Italien und in andere Länder schicken, sagte Trump im Rosengarten des Weißen Hauses. Geplant sei die Lieferung von medizinischem und chirurgischen Gerät nach Italien im Wert von rund hundert Millionen Dollar. Lieferungen seien für später auch nach Frankreich, Spanien und in weitere Länder geplant. Es gebe in den USA ein Überangebot an bestimmtem medizinischen Gerät, dieses Material könne ins Ausland gehen. Um welche Art von Ausrüstung es sich handelt, erläuterte der Präsident nicht.

qu/fw (dpa, afp, rtr)

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