USA: Taliban verzichten versuchsweise auf Gewalt | Aktuell Asien | DW | 13.02.2020
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Afghanistan-Gespräche

USA: Taliban verzichten versuchsweise auf Gewalt

Seit eineinhalb Jahren verhandeln die USA mit den Taliban über eine Lösung, die Afghanistan Frieden bringen soll. Nun verkündete der US-Verteidigungsminister Mark Esper Fortschritte – sie sollen Grundlage für mehr sein.

Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Mark Esper (Artikelbild) hat man sich mit den radikalislamistischen Taliban auf eine teilweise Waffenruhe in Afghanistan geeinigt. Eine Woche lange wollten die Taliban-Kämpfer die Gewalt reduzieren, um eine Einigung in den Friedensgesprächen zu ermöglichen, erklärte Esper nach einem Treffen mit seinen NATO-Kollegen in Brüssel.

Die Grundlage für eine politische Lösung liege auf dem Tisch und man schaue sie sich genau an, sagte er. "Der Frieden verdient eine Chance." Dies setze aber voraus, dass sich alle Beteiligten an ihre Verpflichtungen hielten. Eine spürbare Verringerung der Gewalt war zuletzt eine Forderung der US-Regierung für die Unterzeichnung eines Abkommens mit den Taliban gewesen. Esper betonte, dass sieben Tage aus US-Sicht ausreichten, um beurteilen zu können, wie ernst es den Taliban sei.

Truppenabzug gegen Sicherheitsgarantien

Vertreter der USA und der militant-islamistischen Taliban sprechen seit Juli 2018 über eine politische Lösung des mehr als 18 Jahre dauernden Konflikts in Afghanistan. In den Verhandlungen geht es um die Bedingungen eines US-Truppenabzugs aus Afghanistan. Im Gegenzug zu dem Abzug sollen die Taliban Garantien dafür geben, dass sie das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekämpfen und dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge geplant werden.

Zudem soll es den Weg für innerafghanische Gespräche - die eigentlichen Friedensgespräche für das Land - bereiten. Bisher hatten die Taliban abgelehnt, direkt mit der Regierung in Kabul zu reden, die sie als "Marionette" des Westens betrachten. Sie wollten dies erst tun, wenn der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan geklärt ist.

Trump will längsten Krieg der USA beenden

Im vergangenen September standen die Gespräche zwischen den USA und den Taliban angeblich schon einmal vor einem Durchbruch - bis Trump sie angesichts der anhaltenden Taliban-Anschläge in Afghanistan für "tot" erklärte. Im Dezember nahmen beide Seiten die Verhandlungen wieder auf.

Video ansehen 02:30

USA: Kampf gegen die Taliban

Der Krieg in Afghanistan ist der längste in der Geschichte der USA. Seit 2001 sind amerikanische Soldaten in dem Land. Nach den Anschlägen vom 11. September waren von den USA angeführte Truppen dort einmarschiert. US-Präsident Donald Trump will schon seit langem Truppen aus Afghanistan abziehen. Derzeit sind dort zwischen 12.000 und 13.000 US-Soldaten im Einsatz, 8000 davon laut NATO-Angaben im Rahmen der Ausbildungsmission "Resolute Support" (RS). Die anderen befinden sich nach US-Angaben im Kampfeinsatz gegen Terroristen.

ww/kle (afp, dpa)

 

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