USA schließen Konsulat in Basra | Aktuell Nahost | DW | 28.09.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Irak

USA schließen Konsulat in Basra

US-Außenminister Pompeo sieht US-Einrichtungen im Irak zunehmend und andauernd bedroht. Seiner Ansicht nach steckt hinter den Attacken der Iran.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran werden auch im Irak ausgetragen. Das US-Außenministerium hat sein Konsulat in der südirakischen Stadt Basra an der Grenze zum Iran vorübergehend geschlossen. Der Grund seien Sicherheitsbedenken. Der konsularische Dienst für US-Bürger werde über die Botschaft in Bagdad aufrechterhalten, hieß es.

Vor kurzem war in Basra der Flughafen mit Raketen beschossen worden. In der Nähe befindet sich das US-Konsulat. Die Angriffe schreibt US-Außenminister Mike Pompeo den iranischen Revolutionsgarden und deren Spezialeinheit, den Al-Kuds-Truppen, zu.

Warnungen nach Teheran

"Bedrohungen unseres Personals und unserer Einrichtungen haben zugenommen in den vergangenen Wochen", so Pompeo. Es habe wiederholt Vorfälle im Generalkonsulat in Basra gegeben und auch in der Botschaft in Bagdad. Er habe die Regierung des Irans unterrichtet, dass die Vereinigten Staaten den Iran "direkt zur Verantwortung ziehen, sollten Amerikaner oder deren diplomatische Einrichtungen im Irak oder anderswo zu Schaden kommen".

Der von schiitischen Klerikern geführte Iran hat einen großen Einfluss im Irak, insbesondere im schiitischen Süden. Irans Außenministerium nannte US-Vorwürfe, wonach Teheran die Gewalt in Basra anheize, "erstaunlich, provokativ und unverantwortlich".

Seit mehreren Wochen gibt es in Basra gewaltsame Proteste, bei denen bislang 15 Menschen getötet und weitere 120 verletzt wurden. Auch wurden mehrere Parteibüros, Regierungsgebäude und das iranische Konsulat in Brand gesteckt. Der Zorn vieler Menschen in Basra hatte sich zuletzt am massiven Strommangel und der Verschmutzung des Trinkwassers entzündet. Auch die grassierende Korruption und der politische Einfluss des Nachbarlandes Iran machen viele Iraker wütend. 

fab/nob (dpa, rtr, afpe)

Die Redaktion empfiehlt